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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XL. Zeit der Prüfungen

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Dusburgs Chronik widmet sich mit solcher Ausschließlichkeit dem Kampf in Preußen, als sei dem Orden während der Zeit des großen Aufstands und darüber hinaus die übrige Welt abhanden gekommen. Dabei wurden die großen Entscheidungen im Hauptquartier einer anderen, weit entfernten Front getroffen, auf Burg Montfort = Starkenberg in Palästina, dem Sitz des Hochmeisters. Die Burg, die 1229 unter Hermann von Salza gekauft und ausgebaut worden war, deckte die sog. Leiter von Tyrus2535 als ein Pfeiler der Befestigungen, die Akkon, die Hauptstadt des Königreiches Jerusalem schützen sollten. Die Bedeutung der Burg für den Orden kam auch darin zum Ausdruck, dass ihr Kastellan zu den Großgebietigern des Ordens zählte.2536 Für den dort amtierenden Hochmeister Anno von Sanger(s)hausen (1256– 1273) mögen die Nachrichten aus Preußen eine weitere, schwere Sorge gewesen sein; seine Möglichkeiten helfend einzugreifen waren gering angesichts des Sturmes der sich im Morgenland zusammenbraute. Der Hochmeister hat sich um diese Zeit, als es an allen Fronten brannte, nachweislich im bedrängten Königreich Armenien aufgehalten, wo der Orden Verteidigungsaufgaben übernommen hatte.2537 Am 18. Mai 1268 fiel Antiochia an die Mamluken. Ihr Druck auf den von den Franken gehaltenen Küstenstreifen nahm zu. 1271 ging Montfort, die „feste Burg“, verloren. Ob die Ritter die Feste räumten, als Sultan Baibars heranrückte und eine Verteidigung aussichtslos erschien,2538 oder ob sie – nach anderer Darstellung2539 – eine Woche lang belagert wurde unter Anwendung aller damals bekannten Techniken und...

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