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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XLIII. De incidentibus, von Dingen, die sonst noch geschahen

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Im annalistischen Teil seines Werks De incidentibus hat Dusburg, angelehnt an Tolemeo (Bartholemäus) de Luccas Kirchengeschichte auffallend oft den Blick auf französische Angelegenheiten gerichtet. Die Betonung dieses Ausschnitts aus dem Gesamtgeschehen außerhalb des Ordensbereichs trägt dem Eindruck Rechnung, dass seit König Ludwig IX. (gest. 1270) bis zu seinem Enkel Philipp IV. und parallel seit Papst Urban IV. (1261–1264) dem gebürtigen Franzosen, bis zu dem französischen Papst Johannes XXII. (1316–1334) der kulturelle, wie der politische, wie der kirchenpolitische Schwerpunkt nach Westeuropa gewandert sei. Dusburg gibt an diesem Ort eine Zusammenstellung der neueren Ordensgründungen De ortu et ← 679 | 680 → origine religionum. (Chronik IV, 14; S. 472–475) und merkt an: Der Orden der Templer [gegründet] im Jahre des Herrn 1112 zur Zeit des Papstes Paschalis II. Dieser wurde von Papst Clemens V. auf dem Konzil von Vienne im Jahre des Herrn 1312 am 22. März zur Zeit Kaiser Heinrichs VII. aufgelöst, im siebten Pontifikatsjahr des genannten Papstes, nicht durch richterliche Entscheidung, sondern durch päpstliche Verfügung. Gemeint ist die päpstliche Aufhebungsbulle vox in excelso,2628 aus „Fürsorge und oberhirtlicher Machtvollkommenheit“.2629 Der Templerorden hätte demnach genau 200 Jahre bestanden. Tatsächlich fällt die Gründung des Ordens in die Jahre 1119/1128 (ausweislich der päpstlichen Bestätigung). Ein zweites Mal wird in einem eigenen Eintrag De destructione ordinis Templerariorum mit fast genau denselben Worten die Auflösung des Templerordens non per sentenciam definitam, sed...

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