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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XLVI. Conclusio

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Die Beschreibung der „Welt des Mittelalters“ hat derzeit Konjunktur.2701 Ein Teil der Darstellungen legt die Betonung auf das Verbindende durch die geschichtlichen Epochen hindurch und stellt all das heraus, was wir als wertvolles Erbe wahrnehmen. Für andere liegt der Reiz gerade in der Fremdheit des medium aevum, als einer Art Durchgangsstation auf dem Weg in die eigene Zeit. Die militärischen Ritterorden sind ein besonderes, von der Forschung stark bearbeitetes Kapitel, stellen sie doch ein ganz und gar mittelalter-spezifisches, von der Moderne denkbar weit entferntes, und darum besonders fremd und interessant erscheinendes Phänomen dar.2702 Das gilt auch für den Deutschen Orden, um dessen Geschichte sich in jüngerer Zeit die polnische Forschung verstärkt angenommen hat. Mit Peter von Dusburg spricht eine Stimme unmittelbar zu uns, die aus verschiedenen Gründen bis ins 20. Jahrhundert hinein nicht hoch im Kurs stand. Die vorliegende Untersuchung hat sich gerade darum bemüht, möglichst genau auf diese Stimme zu hören. Struktur und Text der Chronik haben daher weitgehend die Struktur der Untersuchung vorgegeben. Die Chronik erwies sich als weitaus vielschichtiger, als ihre historische Resonanz erwarten ließ und zu heterogen, als dass sich ihre mannigfachen Anliegen ← 698 | 699 → in wenigen straffen Thesen adäquat zusammenfassen und darstellen ließen. Mit diesem Vorbehalt seien aus der Fülle der Aspekte die folgenden besonders herausgestellt:

Wenden wir uns zunächst der Frage zu, die den Leser von Anfang an begleitet und die – in Abwandlung der berühmten Leitfrage Friedrich...

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