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Deutsch in Mittelosteuropa nach 1989

25 Jahre Germanistikstudiengänge, Deutschlehrerausbildung, DaF-Lehrwerke und DaF-Unterricht

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Edited By Ellen Tichy and Viktoria Ilse

Die Wende brachte nicht nur für Mittelosteuropa (MOE) einschneidende Veränderungen in politischer wie bildungspolitischer Hinsicht. In vielen dieser Länder war Deutsch nach der Wende eine der wichtigsten Fremdsprachen an Schulen, in der Lehrerausbildung und an den Universitäten. Autorinnen und Autoren aus Estland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und der Republik Moldau beteiligen sich mit insgesamt 18 Beiträgen aus den mittelosteuropäischen Ländern. Thematisch zu gruppieren sind die Beiträge zu den folgenden sechs Schwerpunkten: Studiengänge der Germanistik an Universitäten, die Deutschlehrerausbildung, DaF-Lehrwerke, das Fremdsprachenangebot an Schulen – vor und nach der Wende, Deutsch als Fachsprache und Beiträge, die die allgemeine Entwicklung von Deutsch als Fremdsprache unter diversen Aspekten in ihren Ländern skizzieren.
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Germanistik in Rumänien

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Thomas Schares/ Deutschland/Rumänien

***in memoriam Prof. Dr. Speranța Stănescu (29.1.1948–31.1.2013)***

Ist von der rumänischen Germanistik die Rede, so wird, kommt der Blick von innen, panegyrisch die Tradition beschworen, kommt der Blick von außen, die Situation des Mangels und der Rückständigkeit (z. B. Hainz 2002/3) akzentuiert. Über Entwicklung und Situation der Germanistik in Rumänien sind in der Tat eine Reihe von Informationen und Publikationen abrufbar1, die sich aber, soweit ich mir einen Überblick verschafft habe, stets mehr oder weniger aus den oben genannten, wohl gemerkt als Tendenz beobachteten Diskursmustern speisen. Die so genannten Wenden in Ost- und Südosteuropa haben zweifelsohne im Verlaufe des vergangenen Vierteljahrhunderts zur „Öffnung“ auch der Germanistiken dieser Regionen beigetragen, was auch immer in diesem Kontext die „Öffnung“ bedeuten mag. Dass aber die Wende wissenschaftshistorisch nicht unbedingt einen Bruch bedeuten muss, sondern auch Kontinuitäten zu unterhalten vermag, dafür ist vielleicht gerade die Germanistik in Rumänien paradigmatisch.

Die Feststellung, dass die gegenwärtige Situation, in der sich die germanistische Lehre und Forschung in Rumänien befindet, sich nur aus ihrer Entwicklung heraus erklären lässt, ist selbstverständlich ein Allgemeinplatz. Doch weist die GiR (Germanistik in Rumänien) einige Besonderheiten auf, die eng mit der besonderen Situation der deutschen Sprache und Kultur im Lande verbunden sind. Ein Allgemeinplatz ist es ebenso mittlerweile, dass die größten noch existierenden Gruppen deutschsprachiger Minderheiten (Osteuropas) sich auf dem Territorium des...

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