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Zum Ausdruck von Intentionen in deutschen und polnischen Geschäftsbriefen aus kontrastiver Sicht

Eine textlinguistische Untersuchung

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Iwona Szwed

Wirtschaftlicher Erfolg hängt nicht zuletzt von der Fähigkeit ab, den Geschäftspartner zu überzeugen und zu einer erwünschten Handlung zu animieren. Die Autorin analysiert deutsche und polnische Geschäftsbriefe im Hinblick auf den Ausdruck von Intentionen der Verfasser. Eine breite Palette unterschiedlicher Originalbriefe wird textsortenlinguistisch beschrieben und mit Methoden der Illokutionsstrukturanalyse empirisch vergleichend untersucht. Die Ergebnisse werden im Lichte aktueller textanalytischer Ansätze diskutiert. Zudem werden sprachliche Mechanismen des Argumentierens und Motivierens des Partners in der polnischen und deutschen Geschäftspraxis aufgezeigt und miteinander kontrastiert. Daraus ergeben sich relevante Einsichten für die interkulturelle Unternehmenskommunikation.
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2 Geschäftskorrespondenz als sprachliche Kommunikation – Grundlagen und Voraussetzungen

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In dieser Arbeit wird angenommen, das Sprechen bzw. Schreiben nur dann Kommunikation ist, wenn es zielgerichtet, partnerbezogen und intentional ist.

Den Begriff „Intention“ eindeutig zu definieren ist eine sehr schwierige Aufgabe, denn dieser Begriff wird von zahlreichen Wissenschaftsdisziplinen, wie Philosophie, Psychologie, Gesellschaftspsychologie, Soziolinguistik, Linguistik in unterschiedlichsten Kontexten genutzt. In wohl keiner Disziplin ist es bisher gelungen, den Begriff „Intention“ scharf von anderen, wie Motivation, Zielsetzung, Absicht abzugrenzen. In der Textlinguistik hängt dieser Begriff auch mit den Textfunktionen zusammen.

Da der Ursprung vieler Definitionen, die heute in unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen verwendet werden, in der Philosophie zu finden ist, möchte ich mich zuerst der Erläuterung des Intentionsbegriffs in der Philosophie zuwenden.

„Unter Intention (…) versteht man die Absicht, das Bestreben auf ein bestimmtes Ziel hin.“ (Hilber 2009: 195) Die Intentionalität bedeutet im philosophischen Sinne, beispielsweise nach F. Brentano48, dass alle psychischen Akte auf ein bestimmtes Ziel bzw. Gegenstand hin ausgerichtet sind. Die Intentionalität war bereits für Brentano anthropologisch grundlegende Auszeichnung menschlicher Intelligenz49 (vgl. Leist 1972: 68), ein wichtiges Merkmal der psychischen ← 47 | 48 →Konstitution des Menschen (Hilber 2009: 195). Bei der Kennzeichnung von Intentionalität bediente sich Brentano in Anlehnung an die Scholastik des Begriffs der „intentionalen Inexistenz“ eines Gegenstands, der bei psychischen Akten dem Bewusstsein innewohnt. Psychische Phänomene sind demnach solche, die „intentional einen Gegenstand in sich enthalten“ (Brentano 1924: 125, zitiert nach Leist 1972: 68). Dies ist ein sehr breit gefasstes Konzept der Intentionalität, auf Grundlage dessen Leist...

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