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Zum Ausdruck von Intentionen in deutschen und polnischen Geschäftsbriefen aus kontrastiver Sicht

Eine textlinguistische Untersuchung

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Iwona Szwed

Wirtschaftlicher Erfolg hängt nicht zuletzt von der Fähigkeit ab, den Geschäftspartner zu überzeugen und zu einer erwünschten Handlung zu animieren. Die Autorin analysiert deutsche und polnische Geschäftsbriefe im Hinblick auf den Ausdruck von Intentionen der Verfasser. Eine breite Palette unterschiedlicher Originalbriefe wird textsortenlinguistisch beschrieben und mit Methoden der Illokutionsstrukturanalyse empirisch vergleichend untersucht. Die Ergebnisse werden im Lichte aktueller textanalytischer Ansätze diskutiert. Zudem werden sprachliche Mechanismen des Argumentierens und Motivierens des Partners in der polnischen und deutschen Geschäftspraxis aufgezeigt und miteinander kontrastiert. Daraus ergeben sich relevante Einsichten für die interkulturelle Unternehmenskommunikation.
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3 Linguistisch fundierte Charakteristik der Geschäftsbriefe

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Im folgenden Kapitel wird der Geschäftsbrief als Textsorte dargestellt85, unter Berücksichtigung der spezifischen Merkmale dieser Kommunikationsform, der Charakterisierung von Dialogpartnern86, der zu vermittelnden Informationsarten sowie im Rahmen von unterschiedlichen Klassifikationen von Textsorten.

Des Weiteren werden hier auch die Funktionen der Geschäftsbriefe vor dem Hintergrund der linguistischen Klassifizierungsansätze von Textfunktionen dargelegt und die Frage nach dem Wechselspiel zwischen Intentionen und Konventionen in der Geschäftskorrespondenz wird erörtert.

Im Kapitel 1.2 Begriff des Sprachhandelns aus textlinguistischer Sicht wurde darauf hingewiesen, dass der Text u.a. als Produkt der sprachlichen Handlung eingestuft werden kann. Es wurde jedoch auch die soziale Funktion des Textes hervorgehoben, die aus der Einbettung der Textproduktion in eine Reihe von Tätigkeiten resultiert, die unter bestimmten sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen vollzogen werden, sowie auch aus ihrem Zusammenwirken mit der praktisch-gegenständlichen und der geistigen Tätigkeit.

So kann der Text als ein Medium sozialen Handelns durch Sprache angesehen werden. Diese Medium-Funktion prägt den Geschäftsbrief besonders stark, denn er ist ja oft ein Mittel, ohne das das Erreichen der vielfältigen Ziele im Wirtschaftsleben gar nicht möglich wäre. Die Geschäftspartner sind einfach auf Geschäftsbriefe angewiesen, zumal die Briefe bei der räumlichen Trennung der Kommunikationspartner oft den direkten Kontakt zwischen den Partnern vollständig ersetzen.

Die Kommunikation zwischen den Menschen verlief ursprünglich in den sog. face-to-face-Situationen, also mit direktem Partnerkontakt. Mit der ← 85 | 86 →fortschreitenden Teilung der Arbeit und Aufgaben in...

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