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Blattdolmetschen in paradigmatischer Perspektive der anthropozentrischen Translatorik

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Jerzy Zmudzki

Der Autor identifiziert das Blattdolmetschen als eine autonome Translationsart, die er typologisch zuordnet. Seine Untersuchungen vollziehen sich im Paradigma der anthropozentrischen Translatorik von F. Grucza und S. Grucza. Sie stützen sich auf originelles Textmaterial, also auf Aufzeichnungen von authentischen Verdolmetschungen. Hierbei wird die Methode der Autodeskription von mentalen Prozessen während des Blattdolmetschens und der Sprechsynthesizer angewandt. Jerzy Żmudzki kommt zu einer konträren Differenzierung des Blattdolmetschens gegenüber den bisherigen Zuordnungen und Definitionen u. a. als (Stegreif-)Übersetzen. Einer wesenhaften Kennzeichnung werden im Buch auch das Controllingsystem und seine Funktionsweise im Blattdolmetschprozess unterzogen.
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1. Zielsetzung und Festlegung der Aufgaben

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Zum Gegenstand sowohl des ganzen Untersuchungsprojekts als auch der nachfolgenden komplexen Analysen und Interpretationen nach den paradigmatischen Grundlagen der anthropozentrischen Translatorik (F. Grucza 1981, 1993; S. Grucza 2013; J. Żmudzki 2013) wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit eine besondere Art der Translation, und zwar das Blattdolmetschen erklärt. Die Besonderheit resultiert aus dem praktischen und theoretischen Status des Blattdolmetschens. Das Charakteristische seiner Position lässt sich beschreiben in den Termini eines gewissen „comming out“, und zwar sowohl im Bereich der Praxis als auch im Bereich der Forschung und der Universitätsdidaktik (M. Płużyczka 2011a,b,, 2012, 2013a,b; A. Kubacki 2012: 284ff; J. Żmudzki 2004, 2008, 2008a,b, 2010 u.a.). Wenn also noch 2004 den Status des Blattdolmetschens eine auffallende Ambivalenz prägte, d.h. einerseits seine Geläufigkeit und relative Frequentiertet in der Translations- und sprachdidaktischen Praxis, andererseits offensichtliche Marginalisierung, sogar Verkennung durch die translationswissenschaftliche Forschung und Theoriebildung, so unterlag diese Translationsart in den folgenden Jahren und insbesondere im Zuge der aktuellen Entwicklung der institutionellen Kommunikation einer zunehmenden Einbeziehung in den wissenschaftlichen Fokus von vielen Forschungsprojekten auch auf der Basis eines hochmodernen empirischen Untersuchungsapparats wie Eye-Tracker (Płużyczka ebenda: passim) oder Sprechsynthesatoren (J. Żmudzki 2013). Dies hatte ebenfalls zur Folge, dass die universitäre Translationsdidaktik in Polen und in Europa (A. Kubacki 2012: 41-99) dem Blattdolmetschen in zunehmendem Masse einen gebührenden und festen Platz einräumte sowie seine Geltung im Erwerbsprozess von bestimmten Kompetenzbereichen und –stufen, in der Herausbildung von fundamentalen Translationsfähigkeiten mit...

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