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Blattdolmetschen in paradigmatischer Perspektive der anthropozentrischen Translatorik

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Jerzy Zmudzki

Der Autor identifiziert das Blattdolmetschen als eine autonome Translationsart, die er typologisch zuordnet. Seine Untersuchungen vollziehen sich im Paradigma der anthropozentrischen Translatorik von F. Grucza und S. Grucza. Sie stützen sich auf originelles Textmaterial, also auf Aufzeichnungen von authentischen Verdolmetschungen. Hierbei wird die Methode der Autodeskription von mentalen Prozessen während des Blattdolmetschens und der Sprechsynthesizer angewandt. Jerzy Żmudzki kommt zu einer konträren Differenzierung des Blattdolmetschens gegenüber den bisherigen Zuordnungen und Definitionen u. a. als (Stegreif-)Übersetzen. Einer wesenhaften Kennzeichnung werden im Buch auch das Controllingsystem und seine Funktionsweise im Blattdolmetschprozess unterzogen.
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2. Blattdolmetschen als Untersuchungsgegenstand – Verschiedenheit von Definitionskriterien, diverse typologische Zuordnungen und definitorische Diversifikation

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Die relative Vielheit und v.a. die Verschiedenheit von definitorischen Bestimmungen, Auffassungen und Interpretationen des Blattdolmetschens manifestiert sich im Gebrauch von heterogenen Bezeichnungen und Termini, mit denen je nach dem Interpretationsparadigma und generell in direkter Abhängigkeit von dem Verständnis der Translation andere Merkmale dieser Translationsart zu den wesenhaften erklärt und definitorisch thematisiert wurden. Eine umfangreiche und analytisch sehr gut fundierte Übersicht über die begriffliche Disparität von Definitionsmerkmalen und Heterogenität der angeführten Kriterien bietet Franz Pöchhacker in seinem Aufsatz von 1997 (218) sowie 2007, weiter Kautz I. (2010: 6) und Parkin Chr. (2012) an, die ihre Interpretation des Stegreifübersetzens (nach meinem Dafürhalten ist es das Blattdolmetschen) mit besonderer Detailliertheit und Präzision der typologischen Charakteristik darlegt. In der interpretativen Auseinandersetzung mit dem Problem der typologischen Identifizierung des Blattdolmetschens diskutiert und polemisiert Pöchhacker mit den klassischen Vertretern der Translationswissenschaft, indem er auf der Basis der in den Bezeichnungen gebrauchten Identitätsmerkmale ihre kritische Evaluation vornimmt. Die besagte Disparität kommt also in den „sprechenden Namen“ für diese Translationsart zum Vorschein z.B. als „Translation vom Blatt“, „Vom-Blatt-Übersetzen“2 im Sinne von „Dolmetschen von oralisierten Schriften“ insbesondere in Driesen Ch. J. (1998:314), (auch Glossar: http//www.tayar.de), „Blatt-Übersetzen“, „Vom-Blatt-Dolmetschen“ (z.B. Prunč E. 20093), „Blatt-Dolmetschen“, „Stegreifübersetzen“, „Spontanübersetzung“, die u.a. von S. Kalina 2004: 103-107) für eine Subform ← 15 | 16 → mehrsprachiger Kommunikationsmittlung neben Technical Writing, Computergestütztem Übersetzen, Übersetzungsrevision und anderen mehr, von Parkin Chr. (2012) für eine Grenzform...

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