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Blattdolmetschen in paradigmatischer Perspektive der anthropozentrischen Translatorik

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Jerzy Zmudzki

Der Autor identifiziert das Blattdolmetschen als eine autonome Translationsart, die er typologisch zuordnet. Seine Untersuchungen vollziehen sich im Paradigma der anthropozentrischen Translatorik von F. Grucza und S. Grucza. Sie stützen sich auf originelles Textmaterial, also auf Aufzeichnungen von authentischen Verdolmetschungen. Hierbei wird die Methode der Autodeskription von mentalen Prozessen während des Blattdolmetschens und der Sprechsynthesizer angewandt. Jerzy Żmudzki kommt zu einer konträren Differenzierung des Blattdolmetschens gegenüber den bisherigen Zuordnungen und Definitionen u. a. als (Stegreif-)Übersetzen. Einer wesenhaften Kennzeichnung werden im Buch auch das Controllingsystem und seine Funktionsweise im Blattdolmetschprozess unterzogen.
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3. Grundlagen der anthropozentrischen Translatorik

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3.1. Genese und theoretische Fundierung der anthropozentrischen Translatorik in Polen

Zwecks der eigentlichen Situierung sowohl der komplexen Zielsetzung des Forschungsvorhabens, des Untersuchungsgegenstandes als auch der Forschungs- und Interpretationsmethodologie in dem annoncierten anthropozentrischen Paradigma sollen zuerst die Grundlagen der anthropozentrischen Translatorik im Sinne ihrer Genese und Fundierung der Interpretationsbasis dargestellt und besprochen werden.

Die anthropozentrische Translatorik mit ihrem fundamentalen Interpretations- und Forschungsparadigma schaut auf eine ungefähr 50 Jahre vordatierte Entstehungsgeschichte der Translatorik als Disziplin in Polen sowohl in institutioneller Hinsicht als auch unter dem Forschungsaspekt zurück. Im Rahmen eines resümierenden Rückblicks kann man in der Etablierung und Entwicklung dieser Disziplin neben den institutionellen Phasen auch wichtige und klar abgrenzbare Etappen einer Evolution des translationswissenschaftlichen Gedankens und seines Einzugs bzw. seiner Wahrnehmung innerhalb der neuphilologischen Belange der polnischen Germanistik unterscheiden. Für den wesentlichen Moment der Gründung der Translatorik in Polen wird von den aktiven Forschern auf diesem Gebiet 1957 die Publikation Wstęp do teorii translacji („Einführung in die Translationstheorie“ – übers. von J. Ż) von Olgierd Wojtasiewicz gehalten. Die in diesem Buch enthaltenen theoretischen Grundlagen und Grundsätze konnten bis auf den heutigen Tag ihre Aktualität bewahren, weil sie im paradigmatischen Sinne wesentliche Perspektiven sowie Forschungs- und Entwicklungsrichtungen festgelegt hatten. Eine solche Einschätzung formulierten in ihren Arbeiten führende Persönlichkeiten der polnischen neuphilologischen Linguistik u.a. F. Grucza (2007: 323), T. Krzeszowski (1992: 3) T. Tomaszkiewicz (2006: 313-314) u.v.a. Die eigentliche Konzeption der Translatorik als Disziplin verdankt sich...

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