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Blattdolmetschen in paradigmatischer Perspektive der anthropozentrischen Translatorik

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Jerzy Zmudzki

Der Autor identifiziert das Blattdolmetschen als eine autonome Translationsart, die er typologisch zuordnet. Seine Untersuchungen vollziehen sich im Paradigma der anthropozentrischen Translatorik von F. Grucza und S. Grucza. Sie stützen sich auf originelles Textmaterial, also auf Aufzeichnungen von authentischen Verdolmetschungen. Hierbei wird die Methode der Autodeskription von mentalen Prozessen während des Blattdolmetschens und der Sprechsynthesizer angewandt. Jerzy Żmudzki kommt zu einer konträren Differenzierung des Blattdolmetschens gegenüber den bisherigen Zuordnungen und Definitionen u. a. als (Stegreif-)Übersetzen. Einer wesenhaften Kennzeichnung werden im Buch auch das Controllingsystem und seine Funktionsweise im Blattdolmetschprozess unterzogen.
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4. Der Funktionsholismus als paradigmatische Synthese und Perspektivierung der anthropozentrischen Translatorik

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Im Folgenden wird der Versuch unternommen, die paradigmatischen Grundlagen der anthropozentrischen Translatorik, die, wie ich in den voraufgegangenen Kapiteln dargestellt habe, 1981 zum ersten Mal von F. Grucza formuliert, 1993 weiter entwickelt und 2014 von S. Grucza einer ganzheitlichen synthetischen Erfassung unterzogen wurden, holistisch-applikativ zu revitalisieren, indem die Basis dieser Theorie, das Translationsgefüge mit seiner Gesamtcharakteristik, seinem heuristischen Potenzial in die volle kommunikativ-kognitive Dimension einer konkreten Translationsart interpretativ überführt wird. Damit soll durch die Transparenz der vollständigen Funktionalität dieses reellen paradigmatischen Rahmens das ganze Translationsgefüge realitӓtsadäquat dynamisiert werden und neue Forschungsrichtungen und –mӧglichkeiten aufdecken. Auf eine solche Art und Weise wird die interpretative Einbettung des Blattdolmetschens im anthropozentrischen Paradigma, gemӓss den festgelegten und formulierten Zielen, eine theoretisch legitimierte Fundierung bekommen und sich mehr Akzeptanz erhoffen.

Das anthropozentrische Verstӓndnis der Translationsrealitӓt situierte bekannterweise den Menschen als Translator im Zentrum der Betrachtung, indem ihm der Rang eines Subjekts bestimmter kognitiv-kommunikativer Aktivitäten im Relationsnetz mit anderen natürlichen Objekten dieses Systems zuerkannt wurde. Diese paradigmatische/holistische Auffassung, ihre Weiterentwicklung finden wir in vielen translatorischen Arbeiten der Vertreter dieser Orientierung in der polnischen Translatorik als Disziplin u.a. von B. Kielar, S. Grucza und von den anderen Mitgliedern der sog. Warschauer Schule der anthropozentrischen Linguistik. Die neueste Version des Modells der besagten Konstellation prӓsentiert S. Grucza (2014: 127) in seinem Text „Grundzüge der anthropozentrischen Translatorik“.

4.1. Interpretative Erweiterung des Modells des Translationsgefüges

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