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Blattdolmetschen in paradigmatischer Perspektive der anthropozentrischen Translatorik

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Jerzy Zmudzki

Der Autor identifiziert das Blattdolmetschen als eine autonome Translationsart, die er typologisch zuordnet. Seine Untersuchungen vollziehen sich im Paradigma der anthropozentrischen Translatorik von F. Grucza und S. Grucza. Sie stützen sich auf originelles Textmaterial, also auf Aufzeichnungen von authentischen Verdolmetschungen. Hierbei wird die Methode der Autodeskription von mentalen Prozessen während des Blattdolmetschens und der Sprechsynthesizer angewandt. Jerzy Żmudzki kommt zu einer konträren Differenzierung des Blattdolmetschens gegenüber den bisherigen Zuordnungen und Definitionen u. a. als (Stegreif-)Übersetzen. Einer wesenhaften Kennzeichnung werden im Buch auch das Controllingsystem und seine Funktionsweise im Blattdolmetschprozess unterzogen.
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13. Der ganzheitliche ZS-Textvollzug im Blattdolmetschen: Prozesskonstituenten und Operationsschritte

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Zu den Realisierungsgrundlagen der ZS-Textgestaltung und -produktion gehören in erster Linie strategische Entscheidungen hinsichtlich des zu vollziehenden Transfermodus als globale translatorische ZS-Textprofilierung, -konstruktion und –ausgestaltung. Determinanzen der obigen Art resultieren aus der Makroplanung und sind direkt von den Translationszielen, der Zielkollokutivitӓt, von dem ZS-Adressatenprofil und anderen Vollzugsmodalitäten abhängig, die im Bereich der jeweiligen Translationsaufgabe vom Translator zumindest konkretisiert oder sogar definiert werden. Somit lassen sich in transfermäßiger Abhängigkeit von dem jeweiligen AS-Text folgende funktionale ZS-Texttypen je nach der dominierenden Funktion differenzieren:

•ZS-Simulation,

•ZS-Deskription,

•ZS-Explikation,

•ZS-Synthese.

Diese vier Typen signalisieren ihre derivative Herkunft aus dem jeweiligen AS-Text und nur in dieser Relation ist ihre typologische Legitimierung verankert. Die vorgenommene kategoriale Gliederung in translatorisch determinierte Grundtypen entspricht in etwa der Einteilung der Vertextungsmuster bei W. Heinemann/D. Viehweger (1991: 244), W. Heinemann/M. Heinemann (2002: 185-189) und Chr. Gansel/F. Jürgens (2009: 148-162), wo für die Konzipierung und Herstellung von ganz neu kreierten Texten übereinstimmend solche dominierenden Vertextungsmuster bzw. –typen genannt und charakterisiert werden wie: Deskription, Narration, Explikation und Argumentation. Die translatorisch bedingten Rahmenbedingungen einer interlingual und intermedial vermittelten Kommunikation erfordern jedoch vom BD-Translator die Beachtung von anderen Prinzipien und situativen Notwendigkeiten einer im obigen Sinne spezifischen kognitiven AS-Textverarbeitung, -Umprofilierung, transmedialen ZS-Vertextung und artikulatorisch-prosodischen Performanz. Somit besitzen die oben aufgelisteten funktionalen ZS-Textprofile und –typen insbesondere in einem jeden Translationskontext den Status von translationsbedingten Vertextungsmustern als Muster der globalen und wiederholt translationsbedingten Verarbeitung eines AS-Textes ← 223...

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