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Blattdolmetschen in paradigmatischer Perspektive der anthropozentrischen Translatorik

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Jerzy Zmudzki

Der Autor identifiziert das Blattdolmetschen als eine autonome Translationsart, die er typologisch zuordnet. Seine Untersuchungen vollziehen sich im Paradigma der anthropozentrischen Translatorik von F. Grucza und S. Grucza. Sie stützen sich auf originelles Textmaterial, also auf Aufzeichnungen von authentischen Verdolmetschungen. Hierbei wird die Methode der Autodeskription von mentalen Prozessen während des Blattdolmetschens und der Sprechsynthesizer angewandt. Jerzy Żmudzki kommt zu einer konträren Differenzierung des Blattdolmetschens gegenüber den bisherigen Zuordnungen und Definitionen u. a. als (Stegreif-)Übersetzen. Einer wesenhaften Kennzeichnung werden im Buch auch das Controllingsystem und seine Funktionsweise im Blattdolmetschprozess unterzogen.
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14. Das blattdolmetschspezifische Controllingsystem

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Wie im Falle des Konsekutivdolmetschen (vgl. J. Żmudzki 1998: 160-167), so wird auch beim Vollzug des Blattdolmetschens im Perzeptions-, Rezeptions- und im Kognitionsbereich des aktiven Blattdolmetschers das Controllingsystem als komplexer Prozess der aktuellen Bewertung, Steuerung und Optimierung der ZS-Texthandlung eingeschaltet, der parallel zur ZS-Textproduktion in einer konkreten Translationssituation abläuft. Die Intensität der Arbeitsweise dieses Systems ist direkt abhängig von der Professionalität und dem Grad der Verantwortung des BD-Translators für den Verlauf und die kommunikative Effektivität seiner translatorischen Handlung. Diese beiden Kategorien der Professionalität und der Verantwortung beziehen sich direkt auf die Qualität der translatorischen Gesamtleistung realisiert u.a. in Form des Blattdolmetschens als Sondersorte der Translation. Auf den Aspekt der Qualitätsüberwachung als das eigentliche Ziel und die Motivation des Einsatzes des Monitorings und der Kontrolle bei der Translation verweist auch Chr. Parkin (2012: 114, 118-119): „Sowohl die schriftliche als auch die mündliche Translation sind in der Regel an einen professionelle Zweck gebunden, d.h. der Translator sichert als Experte eine erfolgreiche Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg. Deshalb sind die Anforderungen an die Qualität des in diesem Zusammenhang produzierten Textes sehr hoch und machen seitens des Translators eine fortgesetzte Qualitätskontrolle erforderlich, die einen anderen Stellenwert als die Prüfung der eigenen Aussage auf Verständlichkeit oder Korrektheit in einem informellen Konversationskontext hat.“ Für die Charakterisierung und Erklärung der Funktionsweise dieses Begleitmechanismus übernimmt Chr. Parkin (2012: 112) den Begriff und die Definition des Self-Monitorings von W. Levelt (1989:...

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