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Die narrative Anamnese im Rahmen einer biographischen Diagnostik im pflegerischen Setting der kardiologischen Rehabilitation

Eine konzeptuelle Entwicklung

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Miriam Tariba Richter

In der stationären kardiologischen Rehabilitation steht kein geeignetes diagnostisches Instrument zur Verfügung, um individuelle und psychosoziale Probleme und Ressourcen der Rehabilitand_innen einzuschätzen. Dadurch werden bestehende individuelle, soziale, geschlechts- und altersspezifische Anforderungen häufig verkannt und angestrebte Rehabilitationsziele können nur eingeschränkt erreicht werden. Durch die Entwicklung einer narrativen Pflegeanamnese und biographischen Pflegediagnostik können im Gegensatz zur herkömmlichen Diagnostik subjektive und kontextspezifische Bedeutungsstrukturen erhoben und vielfältige Verstehensprozesse gefördert werden. Damit gelingt es, wichtige Rehabilitationsziele an die subjektiven Anforderungen der Rehabilitand_innen anzupassen sowie deren Partizipation zu fördern.
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VI. Fazit

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VI.Fazit

Das Ziel der Promotionsarbeit war es, ein methodisches Konzept zu entwickeln, mit dessen Hilfe sich die bestehenden Ansätze der Pflegeanamnese und Diagnostik optimieren und komplexe individuelle und psychosoziale Probleme und Ressourcen im pflegerischen Setting der stationären kardiologischen Rehabilitation erfassen lassen. Damit im Zusammenhang stand die Hypothese, dass sich durch eine narrative Pflegeanamnese und biographische Pflegediagnostik spezifische Probleme und Ressourcen generieren lassen und Pflegende sich damit zielgerichteter an den Nutzer_innen des Gesundheitssystems orientieren können (s. Kapitel 0.). Die Relevanz des Vorhabens ist daher angezeigt, da durch eine reduktionistische Anwendung der Anamnese im Pflegeprozess, wie derzeit üblich, individuelle und psychosoziale pflegerische Probleme, aber auch Ressourcen nur eingeschränkt erhoben und bei der Planung einer nutzer_innenorientierten Gesundheits- bzw. Pflegeversorgung berücksichtigt werden (s. Kapitel I.1.). Die negativen Auswirkungen für die Patient_innen und ihren Gesundungsprozess konnten durch Studien aus der stationären kardiologischen Rehabilitation belegt werden (s. Kapitel I.2.).

Das methodische Vorgehen der Konzeptentwicklung der narrativen Pflegeanamnese und biographischen Pflegediagnostik orientierte sich an der Aktionsforschung (Hart, Bond 2001). Die vielen Varianten der Aktionsforschung zielen auf eine Forschung unter Einbezug der Praktiker_innen ab, und der Theorie-Praxis-Vermittlung ist ein besonderer Stellenwert zuzuordnen. Insbesondere fokussiert sie eine Verbesserung des Handlungsvermögens im Sinne eines „Reflective Practitioner“ (Schön 1983). Einer der wesentlichen Gütekriterien der Forschungsmethode ist die Transparenz des Vorgehens und die Anschlussfähigkeit des daraus gewonnenen Wissens (Moser 2008). Das Forschungsdesign ist in Anlehnung an die drei Schritte der Aktionsforschung entwickelt (Rifkin...

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