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Feindwärts der Mauer

Das Ministerium für Staatssicherheit und die West-Berliner Polizei

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Klaus Schroeder and Jochen Staadt

Die West-Berliner Polizei war die am intensivsten durch den DDR-Staatssicherheitsdienst überwachte Berufsgruppe im freien Teil der Stadt. West-Berlin lag aus Sicht des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) feindwärts der Mauer. Der Staatssicherheitsdienst sah in der West-Berliner Polizei eine bewaffnete gegnerische Kraft, die es im Krisenfall auszuschalten galt. Deswegen versuchte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR mit immensem Aufwand, alles über die personelle, räumliche und sächliche Ausstattung der West-Berliner Polizei in Erfahrung zu bringen. Bislang wurden keine vergleichbaren Datensammlungen zu einer anderen West-Berliner Institution festgestellt. Der Forschungsverbund SED-Staat hat im Auftrag des Polizeipräsidenten in Berlin die MfS-Akten zur West-Polizei ausgewertet und in dieser Studie zusammengefasst.
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Die „Roten Schupozellen“ – Lehrstück aus Weimar Jochen Staadt

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Die „Roten Schupozellen“ – Lehrstück aus Weimar

von Jochen Staadt

Hermann Dünow, Jahrgang 1898, wuchs mit fünf Geschwistern als Sohn eines Metallarbeiters in Berlin auf, seine Mutter war Wäscherin. Nach der Schulzeit erlernte Dünow bei der Firma Gebrüder Israel in der Kreuzberger Ritterstraße den Beruf des Klempners. Im Januar 1917 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und in einem Jägerbataillon in Mazedonien und Frankreich eingesetzt. Im Januar 1919 kehrte er nach Berlin zurück und trat der USPD bei. Mit der Mehrheit der Partei kam er 1920 beim Zusammenschluß mit der KPD in die VKPD.1 Nachdem Hermann Dünow 1922 aus politischen Gründen seine Arbeit verloren hatte, beteiligte er sich kurzzeitig an der Land-Agitation, bis ihn 1923 der Leiter des KPD-Nachrichtendienstes Jacob (Jockel) Jansen für seinen Verantwortungsbereich entdeckte. Bei Jockel Jansen erlernte Hermann Dünow in Berlin-Neukölln das Handwerk der geheimen Parteiarbeit. Er muß sich dabei besonders hervorgetan haben, denn Ernst Schneller holte ihn 1927 als hauptamtlichen Mitarbeiter des Zentralkomitees der KPD ins Karl-Liebknecht-Haus. Dünow war nun für die Abwehrarbeit in der militärpolitischen Abteilung (MA) verantwortlich. Im Abwehrressort des ZK war Dünow für die „Zersetzungsarbeit“ in Reichswehr und Polizei zuständig, bis er 1930 zur Weiterbildung an die Moskauer Militärpolitische Schule in die Sowjetunion delegiert wurde. Aus Moskau zurück übernahm Dünow die Stelle eines Sekretärs des ZK-Abteilungsleiters Hans Kippenberger, der inzwischen den militärpolitischen Apparat...

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