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Feindwärts der Mauer

Das Ministerium für Staatssicherheit und die West-Berliner Polizei

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Klaus Schroeder and Jochen Staadt

Die West-Berliner Polizei war die am intensivsten durch den DDR-Staatssicherheitsdienst überwachte Berufsgruppe im freien Teil der Stadt. West-Berlin lag aus Sicht des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) feindwärts der Mauer. Der Staatssicherheitsdienst sah in der West-Berliner Polizei eine bewaffnete gegnerische Kraft, die es im Krisenfall auszuschalten galt. Deswegen versuchte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR mit immensem Aufwand, alles über die personelle, räumliche und sächliche Ausstattung der West-Berliner Polizei in Erfahrung zu bringen. Bislang wurden keine vergleichbaren Datensammlungen zu einer anderen West-Berliner Institution festgestellt. Der Forschungsverbund SED-Staat hat im Auftrag des Polizeipräsidenten in Berlin die MfS-Akten zur West-Polizei ausgewertet und in dieser Studie zusammengefasst.
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Inoffizielle MfS-Mitarbeiter in der West-Berliner Polizei bis 1972

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von Andreas Petersen und Jochen Staadt

Kurzbiographien im Überblick

Ernst Wollweber, der zweite Minister für Staatssicherheit, sprach von den Inoffiziellen Mitarbeitern als „unseren Atmungsorganen, […] ohne die wir nicht leben und nicht arbeiten“ können.1 Mit der Gewinnung und Plazierung von Geheimen Mitarbeitern und Geheimen Informatoren, wie das MfS die eigenen Agenten bis 1968 bezeichnete, stand und fiel der Kenntnisstand über interne Dienstvorgänge in der West-Berliner Polizei. In den siebziger und achtziger Jahren gewann die „Elektronische Kampfführung“ (ELOKA)für die Informationsbeschaffung des MfS wachsende Bedeutung. Im folgenden sind beispielhaft einige West-Berliner Polizisten aufgeführt, die zwischen 1949 und 1972dem Staatssicherheitsdienst der DDR Einblicke in das Dienstgeschehen der West-Berliner Polizei verschafften:

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