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Feindwärts der Mauer

Das Ministerium für Staatssicherheit und die West-Berliner Polizei

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Klaus Schroeder and Jochen Staadt

Die West-Berliner Polizei war die am intensivsten durch den DDR-Staatssicherheitsdienst überwachte Berufsgruppe im freien Teil der Stadt. West-Berlin lag aus Sicht des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) feindwärts der Mauer. Der Staatssicherheitsdienst sah in der West-Berliner Polizei eine bewaffnete gegnerische Kraft, die es im Krisenfall auszuschalten galt. Deswegen versuchte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR mit immensem Aufwand, alles über die personelle, räumliche und sächliche Ausstattung der West-Berliner Polizei in Erfahrung zu bringen. Bislang wurden keine vergleichbaren Datensammlungen zu einer anderen West-Berliner Institution festgestellt. Der Forschungsverbund SED-Staat hat im Auftrag des Polizeipräsidenten in Berlin die MfS-Akten zur West-Polizei ausgewertet und in dieser Studie zusammengefasst.
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Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) Jochen Staadt

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Hauptverwaltung Aufklärung (HV A)

von Jochen Staadt

Gewöhnlich gut informiert: Der Berliner Extra-Dienst

Im Berliner Extra-Dienst, einer Zeitschrift der Außerparlamentarischen Opposition (APO), erschienen seit Juli 1967 Jahr für Jahr Artikel mit Informationen über interne Vorgängen bei der West-Berliner Polizei. In der Redaktion des Extra-Dienstes arbeiteten bei dessen Gründung mindestens fünf Inoffizielle Mitarbeiter des MfS mit.1 Das Blatt wurde von der Abteilung X der HV A, zuständig für „Aktive Maßnahmen“, sprich Desinformation, als „legales Dach“ genutzt, um Kampagnen gegen Institutionen und Personen in die westliche Öffentlichkeit zu lancieren.2 Dabei wurden auf geschickte Weise Tatsachen und Irreführungen miteinander verquickt, um die angestrebte Verunsicherung „des Gegners“ zu erreichen. Ganz ähnlich wie die Demokratische Polizei suggerierte der Extra-Dienst, innerhalb der West-Berliner Polizei existiere eine gut organisierte Opposition gegen die Polizeiführung und den Senat.

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