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Feindwärts der Mauer

Das Ministerium für Staatssicherheit und die West-Berliner Polizei

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Klaus Schroeder and Jochen Staadt

Die West-Berliner Polizei war die am intensivsten durch den DDR-Staatssicherheitsdienst überwachte Berufsgruppe im freien Teil der Stadt. West-Berlin lag aus Sicht des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) feindwärts der Mauer. Der Staatssicherheitsdienst sah in der West-Berliner Polizei eine bewaffnete gegnerische Kraft, die es im Krisenfall auszuschalten galt. Deswegen versuchte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR mit immensem Aufwand, alles über die personelle, räumliche und sächliche Ausstattung der West-Berliner Polizei in Erfahrung zu bringen. Bislang wurden keine vergleichbaren Datensammlungen zu einer anderen West-Berliner Institution festgestellt. Der Forschungsverbund SED-Staat hat im Auftrag des Polizeipräsidenten in Berlin die MfS-Akten zur West-Polizei ausgewertet und in dieser Studie zusammengefasst.
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Vorwort Klaus Schroeder und Jochen Staadt

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Vorwort

Der Polizeipräsident in Berlin, Dieter Glietsch, beauftragte im Juli 2009 den Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin mit der wissenschaftlichen Untersuchung der im Archiv der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) aufgefundenen Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes über die West-Berliner Polizei. Der Anstoß zu dem Vorhaben geht auf die Entdeckung der MfS-Unterlagen zu dem Polizeibeamten Karl-Heinz Kurras zurück, der am 2. Juni 1967 den Studenten der Freien Universität Berlin Benno Ohnesorg während einer Demonstration gegen den Schah von Persien erschossen hatte. Ausgangspunkt der Untersuchung waren deswegen zunächst die 180 Aktenbände, in denen auch das Material zu Karl-Heinz Kurras aufgefunden worden war. Die Überlieferung umfaßt den Zeitraum von 1950 bis 1972/73. Der Bestand war von der Abteilung VII der Bezirksverwaltung Groß-Berlin des MfS seit den frühen 1950er Jahren zusammengetragen und jeweils auf den neusten Stand gebracht worden. Die Forschungsergebnisse über die Zeit von 1950 bis 1972 wurden im Januar 2011 als vertrauliche Studie dem Polizeipräsidenten übergeben und erläutert. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Polizeipräsidenten Dieter Glietsch erläuterte der Forschungsverbund SED-Staat am 23. März 2011 die Ergebnisse der zeitgeschichtlichen Untersuchung. Eine Kurzfassung der Studie Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR und die West-Berliner Polizei. Zusammenfassung der Forschungsergebnisse über MfS- und SED-Maßnahmen gegen die West-Berliner Polizei (1950–1972) wurde im Verlauf der Pressekonferenz den Medienvertretern zur Verfügung gestellt.

Nach Abschluß der Studie über...

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