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Betriebliche und unternehmerische Dimensionen des demografischen Wandels

Kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen-Anhalt im Spannungsfeld von Fachkräftemangel und neuen Absatzpotenzialen

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Edited By Walter Thomi

Der demografische Wandel und die Wirkungen der daraus resultierenden Alterung der Bevölkerung sind zweifelsohne im öffentlichen Bewusstsein angekommen. Seine Auswirkungen und die damit verbundenen Konsequenzen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen werden dagegen bestenfalls als Fachkräftemangel wahrgenommen. Die in diesem Band versammelten Beiträge setzen sich zunächst mit dem generellen Wirkungsgefüge zwischen Demografie und Wirtschaft auseinander, um dann auf Basis von aktuellen Untersuchungsergebnissen die innerbetrieblichen aber auch unternehmerischen Probleme und Lösungsoptionen am Beispiel der KMUs in Sachsen-Anhalt vorzustellen. In weiteren Beiträgen werden die mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft verbundenen neuen Absatzpotenziale einer wachsenden Seniorenwirtschaft generell und sektoral vorgestellt und kritisch bewertet.
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3 Der demografische Wandel als Leistungsgrenze für Arbeitsmärkte? Aktuelle Erfahrungen aus Sachsen-Anhalt

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Der demografische Wandel als Leistungsgrenze für Arbeitsmärkte? Aktuelle Erfahrungen aus Sachsen-Anhalt

Kay Senius

Abstract

Da die neuen Bundesländer vom demografischen Wandel besonders betroffen sind, gelten insbesondere der demografische, aber auch der sektorale und qualifikatorische Strukturwandel als die Herausforderungen der Zukunft. Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und Handlungsoptionen zur Überwindung des Fachkräftemangels verdeutlicht der Beitrag.

3.1 Die Typik der Arbeitsmärkte im Osten im Vergleich zum Westen

3.1.1 Nachfrageseite - Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt im Vergleich sowie Dauer der Beschäftigungsverhältnisse

Die Wirtschaft im Osten Deutschlands ist im Vergleich zum Westen Deutschlands sehr kleinteilig strukturiert und durch wertschöpfungsarme Branchen gekennzeichnet, was höhere Arbeitsmarktrisiken birgt. Im Gegensatz dazu zeichnet sich Westdeutschland durch eine exportorientierte Wirtschaft mit wertschöpfungsreichen Branchen, einem sehr hohen Industriebesatz und einer überdurchschnittlichen Spezialisierung auf die Investitionsgüterproduktion aus. Westdeutsche Unternehmen weisen außerdem eine höhere Internationalität auf. Die Arbeitsmarktrisiken sind hier eher gering.

Trotz weitreichender Angleichungsfortschritte und eines rasanten Aufholprozesses bestehen zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland strukturelle Unterschiede, die sich vor allem negativ auf die Produktivität ostdeutscher Betriebe auswirken.

Der relativ kleine industrielle Sektor, die geringe Anzahl von Großbetrieben, die Dominanz von Produktionsstätten ohne höherwertige Unternehmensfunktionen, das Defizit von wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen, die schwächere Exportorientierung, der Rückstand bei FuE-Aktivitäten und ein geringer Anteil von Beschäftigten in hochproduktiven Betrieben führen, trotz einer nicht zu vernachl...

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