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Psychotraumatherapeutische Behandlung von Patienten nach Akutem Herzinfarkt

Eine Psychotherapievergleichsstudie in der stationären Rehabilitation

Klaus Thomsen

Der Akute Herzinfarkt ist für die betroffene Person ein beängstigendes Erlebnis. Oft tritt er ohne Vorwarnung ein. Jeder siebente Patient entwickelt danach eine Posttraumatische Belastungsstörung mit psychischen Symptomen wie Ängstlichkeit, Depressionen, Reizbarkeit und Flashbacks. Dies ist ein weiteres Risiko für einen erneuten Infarkt und beeinträchtigt den Heilungsverlauf. Kann Psychotraumatherapie mit Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) diesen Patienten helfen, sich schneller und nachhaltiger emotional zu stabilisieren?
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10. Schlussfolgerungen und Ausblick für die Psychotraumatherapie in der kardiologischen Rehabilitation

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EMDR wirkt entlastend bei Traumatisierung, bzw. Anpassungsstörungen nach einem Akuten Herzinfarkt, und es wurden von keiner behandelten Patientin und keinem behandeltem Patienten negative Erfahrungen berichtet wie z. B. Flashbacks, Niedergeschlagenheit nach den Therapien oder kardiologische Symptomverschlechterungen, die direkt auf den Stress der Behandlung zurückzuführen wären. Im Gegenteil: Viele PatientInnen berichteten nach der EMDR-Behandlung von Entspannung bis hin zu Müdigkeit, gelösteren Gefühlen und tieferem Schlaf in der Folgenacht. Die EMDR-PatientInnen beurteilen die Psychotherapie in der Katamnese rückblickend positiv und bemühen sich um ambulante Anschlussbehandlung.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen aber auch: EMDR hat keine generell förderliche Wirkung auf die psychische Befindlichkeit (Depression, Ängstlichkeit usw.) nach dem Infarkterleben. TeilnehmerInnen der psychoedukativverhaltensmedizinischen Beratungsgruppe zeigen im Mittel ebenfalls verringerte Traumawerte, aber darüber hinaus auch deutlichere emotionale Stabilisierung und vermutlich mehr Engagement bei der tertiär präventiven Risikominderung.

Wie lassen sich diese Ergebnisse erklären?

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