Show Less
Restricted access

Der Raum Ostfalen

Geschichte, Sprache und Literatur des Landes zwischen Weser und Elbe an der Mittelgebirgsschwelle

Series:

Edited By Ursula Föllner, Saskia Luther and Dieter Stellmacher

Im Gegensatz zu Westfalen können sich die meisten unter Ostfalen kaum etwas vorstellen. Hier will dieses Werk Abhilfe schaffen. Es stellt den norddeutschen Kulturraum an der Grenze zu Mitteldeutschland umfassend vor. In fünf Großkapiteln äußern sich zehn Sachkenner zu Geographie, Geschichte, Landeskunde, Namen, Sprache und Literatur Ostfalens. Es wird deutlich, dass dieser Raum nicht nur über ein abwechslungsreiches Landschaftsbild mit bedeutenden Städten verfügt, sondern auch grundlegende Beiträge zur politischen und geistig-kulturellen Geschichte Deutschlands geliefert hat. Das Hochdeutsche erfuhr hier seine prägende Gestalt. Der Dialektforschung und -pflege bieten die ostfälischen Mundarten noch immer ein dankbares Untersuchungsfeld. So nehmen die breit gefächerten und allgemein verständlich formulierten Beiträge Ostfalen seine Fremdheit.
Show Summary Details
Restricted access

6 Neuostfälische literarische Texte

Extract



Dieter Stellmacher (Göttingen), Ursula Föllner und Saskia Luther (Magdeburg)

Die neuere ostf. Literatur setzt im 19. Jh. mit der Gedichtsammlung „Immen“ des Braunschweigers Eduard Schmelzkopf (1814–1896) ein. Bekannter als sie wurden aber die heiteren Geschichten Wilhelm Henzes (1845–1918), eines in Einbeck geborenen und in Hannover lebenden Unterhalters. Seine Geschichten sollten „froh machen“, wie es einmal in einem Vorwort heißt: Et gifft nix Bäteret asse seck söu üutdrücken te köhnen, asse ’ne ett von ’ne Mutter elährt hett. Denne gäht aihnen dat Harte up, un et puchert un’ maket fröouh. Und das „Frohmachen“ ist neben dem Anstoß zum Nachdenken ja eine unbestrittene Funktion jeder Literatur. Dass das mit Hilfe des Ostfälischen nicht (nur) auf plumpe Art und Weise versucht wird, sondern mit Witz und Verstand, das zeigen nicht wenige literarische Texte, auch aus der zweiten Hälfte des 20. Jhs.

Die Deuregio Ostfalen hat mit ihren seit 1994 jedes Jahr ausgeschriebenen Literaturwettbewerben versucht, zum Schreiben auf Ostfälisch anzuregen und auf diese Weise der Literatur in dieser Sprachform neue Möglichkeiten zu erschließen. Um einen Eindruck von dem in diesem Rahmen Entstandenen zu vermitteln, wird in diesem Kapitel eine Reihe solcher Texte vorgestellt. Aus den Themenvorgaben für den Literaturwettbewerb, wird deutlich, welche Stoffbereiche die Autoren besonders ansprechen. Betrachtet man die Texte unter geschlechtsspezifischem Aspekt, so zeigen sich kleine Unterschiede: Der Frauenanteil überwiegt bei Themen wie Weihnachten, Kinder, Träume; mehr...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.