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Der Raum Ostfalen

Geschichte, Sprache und Literatur des Landes zwischen Weser und Elbe an der Mittelgebirgsschwelle

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Edited By Ursula Föllner, Saskia Luther and Dieter Stellmacher

Im Gegensatz zu Westfalen können sich die meisten unter Ostfalen kaum etwas vorstellen. Hier will dieses Werk Abhilfe schaffen. Es stellt den norddeutschen Kulturraum an der Grenze zu Mitteldeutschland umfassend vor. In fünf Großkapiteln äußern sich zehn Sachkenner zu Geographie, Geschichte, Landeskunde, Namen, Sprache und Literatur Ostfalens. Es wird deutlich, dass dieser Raum nicht nur über ein abwechslungsreiches Landschaftsbild mit bedeutenden Städten verfügt, sondern auch grundlegende Beiträge zur politischen und geistig-kulturellen Geschichte Deutschlands geliefert hat. Das Hochdeutsche erfuhr hier seine prägende Gestalt. Der Dialektforschung und -pflege bieten die ostfälischen Mundarten noch immer ein dankbares Untersuchungsfeld. So nehmen die breit gefächerten und allgemein verständlich formulierten Beiträge Ostfalen seine Fremdheit.
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Vorwort

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Unter den deutschen Landschaftsnamen ist Ostfalen einer der weniger bekannten. Dabei bezeichnet er einen geschichtsträchtigen Raum zwischen Weser und Elbe mit großen bedeutenden Städten, einem vielgestaltigen Landschaftsbild und einer der ereignisreichsten Sprachgeschichten des deutschen Sprachgebietes. Da verwundert es, dass sich die seit den 1920er Jahren entwickelnde kulturmorphologische Forschung zwar für das Rheinland, für Obersachsen, Südwestdeutschland oder Westfalen mit großen fächerübergreifenden Werken präsentiert, nicht aber für Ostfalen. Jedoch wurde immerhin fachintern versucht, z. B. das niederdeutsch-mitteldeutsche mundartliche Übergangsgebiet dialektologisch und lexikographisch zu erfassen, zu beschreiben und aus seiner Geschichte heraus zu erklären. Dabei spielte der Sprachenwechsel vom Niederdeutschen zum Hochdeutschen (genauer zur deutschen Standardsprache) eine große Rolle, zumal er ja der ostfälischen Stadt Hannover vermeintlich das beste Deutsch beschert habe.

Zu einer großen Gemeinschaftsarbeit für ein Ostfalenbuch gelangte man erst, als im Zuge der deutschen Wiedervereinigung nach 1989 zwei Gebiete der alten preußischen Provinz Sachsen und des ehemals selbständigen Landes Braunschweig eine kommunale wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit fest vereinbarten. Sie gründeten im Herbst 1991 die Deuregio Ostfalen, zunächst als Arbeitsgemeinschaft, ab Frühjahr 1993 war sie ein rechtmäßiger Verein. Da in den vereinstragenden Landkreisen Helmstedt (Land Niedersachsen) und Haldensleben, Oschersleben, Wanzleben, Wolmirstedt (seit 2007 fusioniert zum Landkreis Börde, Land Sachsen-Anhalt) der ostfälische Dialekt in seinen kern- und elbostfälischen Ausprägungen noch lebendig ist und somit eine gemeinsame Basissprache existiert, wurde versucht, das Ostf...

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