Show Less
Restricted access

Liberale Europapolitik 1949–1989

Die Europapolitik der FDP zwischen 1949 und 1989- Mit einem Vorwort von Hans-Dietrich Genscher

Series:

Andreas Moring

Diese Arbeit untersucht die Europapolitik der Freien Demokratischen Partei zwischen dem Zeitpunkt der deutschen Teilung und dem Fall des Eisernen Vorhangs. Ziel ist es, die Traditionen liberaler Europapolitik und deren Anpassung an die sich wandelnden nationalen und internationalen Umstände aufzuzeigen und zu erklären. Welche Gruppen und Persönlichkeiten vertraten welche Interessen und Ziele? Wer setzte sich durch und warum? Was war an der Politik der FDP eigentlich liberal? Folgten die Liberalen in Deutschland einem bestimmten Leitbild der Integration? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Diese Arbeit ist die erste umfassende wissenschaftliche Darstellung und Analyse des Themenbereichs und vereint politikwissenschaftliche und historische Perspektiven, um ein profundes Verständnis liberaler Europapolitik im Kalten Krieg zu erreichen.
Show Summary Details
Restricted access

4. 1949 – 1954 Zwischen Deutschem Reich und bündischem Europa

Extract



4.1. Einleitung

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war die deutsche Teilung spätestens mit der Gründung der DDR und BRD 1949 besiegelt und damit auch die europäische Teilung. In Westeuropa nahmen erste Maßnahmen zur wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit Form an.

Bereits im Januar 1947 hatte der US-Außenminister John Foster Dulles angeregt, eine Ruhrbehörde solle die Ressourcen des westdeutschen Industriereviers verteilen, einen unkontrollierten Wiederaufstieg Deutschlands verhindern und die Keimzelle einer europäischen Föderation bilden.102 Diese letztere sollte unter einer gemeinsamen europäischen Leitung stehen. Der Europarat, in dem sich die europäischen Staaten seit 1949 zusammengefunden hatten, um ihre Politik zu debattieren, zu koordinieren und nach dem Prinzip der Freiwilligkeit auf ausgesuchte, durch Konventionen normierte Politikfelder zu erstrecken, galt dabei als Vorbild. Ebenso die OEEC (Organisation for European Economic Co-Operation), die als Gemeinschaft der westeuropäischen Staaten über die Verteilung der Aufbauhilfe des Marshall-Planes entscheiden sollte. Die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) war der erste wichtige Schritt zur wirtschaftlichen und politischen Integration der BRD, Frankreichs, Italiens und der Benelux-Staaten. Großbritanniens Staat wollte sich in diese neue kontinentale Struktur nicht integrieren. Die Moskauer Führung versuchte die Einbindung der BRD in den Westblock zu stören und bot immer wieder Verhandlungen über eine deutsche Wiedervereinigung an, was allerdings weder von den Westmächten noch von Bonn ernstgenommen, vielmehr als taktisches Manöver betrachtet wurde. Daran entzündete sich der Streit zwischen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.