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Liberale Europapolitik 1949–1989

Die Europapolitik der FDP zwischen 1949 und 1989- Mit einem Vorwort von Hans-Dietrich Genscher

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Andreas Moring

Diese Arbeit untersucht die Europapolitik der Freien Demokratischen Partei zwischen dem Zeitpunkt der deutschen Teilung und dem Fall des Eisernen Vorhangs. Ziel ist es, die Traditionen liberaler Europapolitik und deren Anpassung an die sich wandelnden nationalen und internationalen Umstände aufzuzeigen und zu erklären. Welche Gruppen und Persönlichkeiten vertraten welche Interessen und Ziele? Wer setzte sich durch und warum? Was war an der Politik der FDP eigentlich liberal? Folgten die Liberalen in Deutschland einem bestimmten Leitbild der Integration? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Diese Arbeit ist die erste umfassende wissenschaftliche Darstellung und Analyse des Themenbereichs und vereint politikwissenschaftliche und historische Perspektiven, um ein profundes Verständnis liberaler Europapolitik im Kalten Krieg zu erreichen.
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6. 1961 – 1966 Klärung des weiteren europäischen Kurses: „Sehr begrenzt“

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6.1. Einleitung

Zu Beginn der sechziger Jahre wurde immer deutlicher, dass die beiden Supermächte bestrebt waren, den Status quo in der Welt und Europa zu erhalten und ihren jeweiligen Einflussbereich zu sichern. Der Mauerbau 1961 und die Kuba-Krise zeigten klar, dass sowohl Washingtons als auch Moskaus bereit waren, einen Kurs einzuschlagen, mit dem Konfrontationen und Eskalationen vermieden werden konnten, allerdings im Einzelfall erst längere Zeit, nachdem ein entsprechender Nervenkrieg begonnen worden war.

Während Moskau bezüglich der deutschen Frage zunächst keine neuen Schritte unternehmen wollte und während sich auch auf Seiten der Westmächte eine Akzeptanz des Status quo in Deutschland und Europa immer klarer abzeichnete, drängte die Regierung in Ostberlin allerdings die Partei- und Staatsführung in Moskau, zu einem separaten Friedensabko mmen mit der DDR zu kommen. Zumindest sollte es zu einer klaren Abschottung Westberlins kommen. Der Grund lag auf der Hand: Seit 1960 stieg die Zahl der Flüchtlinge aus der DDR in die Bundesrepublik vor allem über Westberlin drastisch an. Walter Ulbricht drohte der Sowjetunion mit dem Szenario eines Kollapses im System des sozialistischen deutschen Staates.632 Vor allem junge und gut ausgebildete Menschen flüchteten aus der DDR. Auf ihrem Treffen vom 3. bis 5. August 1961 beschlossen die Staaten des Warschauer Paktes, die Grenze nach West-Berlin zu schließen. Dieser Beschluss blieb geheim. Am 13. August schlossen DDR-Grenztruppen, die NVA und die Polizei die Grenze zwischen Westberlin und der DDR, zunächst durch...

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