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Liberale Europapolitik 1949–1989

Die Europapolitik der FDP zwischen 1949 und 1989- Mit einem Vorwort von Hans-Dietrich Genscher

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Andreas Moring

Diese Arbeit untersucht die Europapolitik der Freien Demokratischen Partei zwischen dem Zeitpunkt der deutschen Teilung und dem Fall des Eisernen Vorhangs. Ziel ist es, die Traditionen liberaler Europapolitik und deren Anpassung an die sich wandelnden nationalen und internationalen Umstände aufzuzeigen und zu erklären. Welche Gruppen und Persönlichkeiten vertraten welche Interessen und Ziele? Wer setzte sich durch und warum? Was war an der Politik der FDP eigentlich liberal? Folgten die Liberalen in Deutschland einem bestimmten Leitbild der Integration? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Diese Arbeit ist die erste umfassende wissenschaftliche Darstellung und Analyse des Themenbereichs und vereint politikwissenschaftliche und historische Perspektiven, um ein profundes Verständnis liberaler Europapolitik im Kalten Krieg zu erreichen.
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8. 1969 – 1974 Ein Europa mit einer Stimme

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8.1. Einleitung

Mit dem Ende der sechziger Jahre begann eine neue Ära der Politik. Das galt im globalen Rahmen, wie er sich aus der bundesdeutschen Perspektive darstellte, ferner auf europäischer Ebene und schließlich ebenso für die Bundesrepublik als solche. 1969 begann ein Prozess der vorsichtigen Annäherung zwischen Moskau und Washington, der sich in den kommenden Jahren fortsetzte. Ein Indiz hierfür waren die erfolgreichen Gespräche über die Begrenzung der Kernwaffen (SALT) und die Eröffnung der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) 1973.

Im November 1969 hatten die Regierungen der USA und der UdSSR Verhandlungen über die Begrenzung ihres Potentials an Massenvernichtungswaffen und über die Begrenzung der weiteren Aufrüstung ihrer strategischen Waffen aufgenommen (Strategic Arms Limitation Talks, SALT). Die Verhandlungen fanden in Helsinki und Wien statt. Im Mai desselben Jahres konnten sich die beiden Supermächte auf einen Vertrag einigen, den US-Präsident Richard Nixon und der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew am 26. Mai 1972 unterzeichneten. In einem zweiten Vertrag (SALT II) verpflichteten sich in der Folge am 18. Juni 1979 der amerikanische Präsident Jimmy Carter und Breschnew auf eine weiter gehende Limitierung ihres Arsenals an Kern- und anderen Massenvernichtungswaffen. Die SALT-Verträge und die damit verbundenen Gespräche ließen den Willen zur Einigung und begrenzten Kooperation zwischen den beiden Supermächten deutlich werden und erleichterten somit auch eine Annäherung zwischen den beiden Blöcken in Europa934.

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