Show Less
Restricted access

Liberale Europapolitik 1949–1989

Die Europapolitik der FDP zwischen 1949 und 1989- Mit einem Vorwort von Hans-Dietrich Genscher

Series:

Andreas Moring

Diese Arbeit untersucht die Europapolitik der Freien Demokratischen Partei zwischen dem Zeitpunkt der deutschen Teilung und dem Fall des Eisernen Vorhangs. Ziel ist es, die Traditionen liberaler Europapolitik und deren Anpassung an die sich wandelnden nationalen und internationalen Umstände aufzuzeigen und zu erklären. Welche Gruppen und Persönlichkeiten vertraten welche Interessen und Ziele? Wer setzte sich durch und warum? Was war an der Politik der FDP eigentlich liberal? Folgten die Liberalen in Deutschland einem bestimmten Leitbild der Integration? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Diese Arbeit ist die erste umfassende wissenschaftliche Darstellung und Analyse des Themenbereichs und vereint politikwissenschaftliche und historische Perspektiven, um ein profundes Verständnis liberaler Europapolitik im Kalten Krieg zu erreichen.
Show Summary Details
Restricted access

10. 1981 – 1989 Einheit im „Europa der Bürger“

Extract



10.1. Einleitung

Nach dem Einmarsch der Sowjetarmee in Afghanistan Ende der siebziger Jahre manifestierte sich der Wille zum Einsatz von Gewalt seitens der kommunistischen Regierungen im Ostblock ein weiteres Mal 1981 in Polen - während der dortigen Unruhen, die sich gegen die sozialen und wirtschaftlichen Missstände richteten. Am 13. Dezember 1981 verhängte die polnische Regierung unter dem Armeegeneral Wojciech Jaruzelski den Ausnahmezustand im Land; es herrschte Kriegsrecht - bis Juli 1983. Die Menschen forderten gleichwohl auch weiterhin allerlei Veränderungen und eine spürbare Verbesserung ihrer Lebenssituation, und sie machten zunehmend auch ihr Verlangen nach bürgerlichen Freiheiten geltend. Für die kommunistische Partei Polens und die Führung in Moskau bedeutete das eine ernste Gefahr. Oppositionelle wurden verhaftet, die führende Gewerkschaft der Proteste, „Solidarnosc“, verboten und die allgemeinen Kontrollen und Überwachungen der Bevölkerung verstärkt. Freilich mußte sich die Regierung auf eine Aufhebung des Ausnahmezustands sowie auf eine Annäherung mit den von ihr bekämpften Reform- und Freiheitsbewegungen einlassen.1371

Für die westliche Welt war dies ein weiterer Beweis der prekären Lage, in der sie die Regierungen der Staaten des Ostblocks schon lange vermuteten. Die US-Regierung unter dem neuen Präsidenten Ronald Reagan verfolgte gegenüber der UdSSR eine harte Haltung und trieb die eigene Aufrüstung voran. Was folgte, war eine deutliche Abkühlung des Verhältnisses zwischen Ost und West. Die deutsche Regierung, bis 1982 sozial-liberal, danach aus CDU und FDP gebildet, trat...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.