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Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

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Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
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Sprachidentitäten im internationalen Vergleich - Eine Zusammenschau eigener internationaler Studien aus Ägypten, Deutschland und der Türkei

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Mahzad Hoodgarzadeh1

Auftakt meiner internationalen Studienreihe zum Muttersprachenverständnis war eine Pilotstudie im Rahmen meines Promotionsvorhabens, das sich mit einem generationsübergreifenden Bildungspotenzial von in Deutschland lebenden Immigrantenfamilien iranischer Herkunft befasst. In der internationalen Studie wurden mehrsprachige Schüler/innen und Studierende aus Deutschland sowie Studierende in Kairo und in Istanbul befragt.

Auf die Frage hin, was die eigene Muttersprache ist, antworten multilinguale Gymnasiasten/-innen in Deutschland und sog. Rückkehrer/innen an der Istanbul Universität (Deutschlehrerabteilung) mit einer Vielzahl von komplexen Gedanken, die auf die eigene Biografie zurückzuführen sind. Zudem lassen sich im gesamten Datenmaterial unterschiedliche Identifikationspunkte herausarbeiten, die die Komplexität des Begriffs „Muttersprache(n)“ und der damit verbundenen „sprachlichen Identität(en)“ widerspiegeln. Ein nicht seltener Identitätsfaktor ist die nachweisbare Abgrenzungstendenz sowohl gegenüber der jeweiligen Gesellschaft als auch gegenüber anderen sozialen Gruppen. Die erhobenen Daten belegen, dass länder- und religionsübergreifend viele Gemeinsamkeiten zwischen den Studierenden der Al Azhar Universität in Kairo und der Universität Vechta nachweisbar sind. Dies ist u.a. auf einen nicht vorhandenden (familiären) Migrationshintergrund zurückzuführen. ← 201 | 202 →

Der oben dargestellte wissenschaftliche Diskurs verfolgt keine (üblichen) defizitorientierten Fokussierung, sondern die zwei folgenden Ziele: Zum einen die Auseinandersetzung mit der Diskrepanz zwischen theoretischen Konstrukten von „Muttersprache“ und den alltagsimmanenten Vorstellungen der „Betroffenen“, zum anderen einen ressourcenorientierten Forschungsansatz, statt einer (üblichen) defizitorientierten Fokussierung (vgl. Griese/Schulte/Siever)2.

Während die Befragten ihre individuelle Muttersprache mit komplexen biografischen Gedankengängen begründen,...

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