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Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

Series:

Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
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Sprachbegegnungen im Rahmen einer Multiliteralitätsdidaktik

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Anja Wildemann1

In der globalisierten Welt sind sowohl Kommunikation als auch Medialität zwei wesentliche Aspekte menschlicher Handlungsformen. Vor dem Hintergrund von Ein- und Auswanderung und damit einhergehender sprachlicher Vielfalt erfordern sie vom Einzelnen vielschichtige und vernetzte Kompetenzen, um sprachliche und kulturelle Sinnkonstitution zu gewährleisten. Im Kontext schulischer Lern- und Erwerbsprozesse können diese Kompetenzen unter dem Begriff „Multiliteralität“ subsumiert werden. Aspekte wie Mehrsprachigkeit, interkulturelles Lernen sowie Sprach- und Medienkompetenz sind diesem Feld zuzuordnen. Eine Multiliteralitätsdidaktik, wie sie in Anlehnung an die multiliteracies pedagogy der New London Group (1996) in dem Forschungsprojekt MuViT (Multiliteracy Virtual) konzipiert ist, zielt darauf ab, sprachlich-kulturelle Vielfalt sowie digitale Kompetenzen aufzugreifen und im schulischen Kontext durch arrangierte, mediale Lernsettings zu erweitern. Hierbei sind die vorhandenen und zu erlernenden Sprachen Ausgangs- und Zielperspektive zugleich. Multilinguale und monolinguale Lerner/innen begeben sich auf diese Weise in einen Begegnungsraum in dem literales und interkulturelles Lernen aufs Engste miteinander verzahnt sind.

Noch in den 1970er Jahren war die so genannte Ausländerpädagogik in erster Linie eine Reaktion auf die Arbeitsmigration der vorausgegangenen zwei Jahr-zehnte und die in der Folge veränderten Anforderungen an Schule in Deutschland. Die Einrichtung von Vorbereitungsklassen sowie die Einführung muttersprachlichen Herkunftsunterrichts durch den Beschluss der Kultus-ministerkonferenz im Jahr 1971 sollten gleichermaßen die Integrations- und Rückkehrfähigkeit der Ausländer gewährleisten. Diese Doppelstrategie führte zunächst auf formaler Ebene zu einer Trennung zwischen dem Herkunfts-sprachen- und dem Deutschunterricht und zog folglich kaum inhaltliche oder...

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