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Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

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Edited By Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
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Säkularisierung oder Laizismus?

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Annett Jubara1

In diesem Text wird ein älteres, sehr spezifisches Säkularisierungskonzept vorgestellt, das sich von dem heute vorherrschenden stark unterscheidet. Diese von Hegelianern entwickelte Auffassung der „Säkularisierung“ wird nicht aus ideengeschichtlichem Interesse erinnert, sondern weil sie eine besondere Stärke aufweist, die in aktuelle Diskurse moderner Gesellschaften eingebracht werden könnte. Gemeint sind Diskurse über die Zukunft der säkularen europäischen Gesellschaften, die vor der Herausforderung stehen, Migranten/-innen, die nicht-säkulare Einstellungen zur Religion mitbringen, zu integrieren. Die damit verbundenen Schwierigkeiten und die Brisanz der damit einhergehenden Probleme lassen sich an der Leidenschaftlichkeit ermessen, mit der in Europa der „Kopftuchstreit“ geführt wird. In diesem Beitrag werden diese Debatten anhand der deutschen Diskussionen über das Kopftuch und die „richtige“ Auffassung des Islam vorgestellt. Der Vorzug des in diesem Zusammenhang favorisierten hegelianischen Konzepts besteht darin, dass hier nicht von der säkularen Gesellschaft als Faktum gesprochen wird, sondern von einem Prozess der Säkularisierung, der nicht ein für alle Mal abgeschlossenen ist und in den Religionen immer wieder von Neuem eintritt. Mit dem Entwurf einer dynamischen Öffnung der Religion hin zur Gesellschaft und umgekehrt der Gesellschaft zur Religion entgeht die hegelianische „Säkularisierung“ der Sackgasse des Laizismus, der die Religion ins Private verbannt und damit der Bildung von Parallelgesellschaften unfreiwillig Vorschub leistet.

„Es ist an der Zeit, dass wir die eigene Säkularisierung als unabgeschlossenes Projekt begreifen, und dass wir uns an das erinnern, was die Moderne ursprünglich ausmachte: die Fähigkeit...

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