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Deutsche und polnische Migrationserfahrungen

Vergangenheit und Gegenwart

Series:

Dorota Praszalowicz and Anna Sosna-Schubert

Der Band schildert Geschichte und Gegenwart der deutsch-polnischen Beziehungen aus der Perspektive der gemeinsamen Migrationserfahrungen. Im ersten Teil widmen sich die Beiträge der Beschreibung der unterschiedlichen Migrationsformen auf dem Alten Kontinent und in Übersee. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Koexistenz der deutschen und polnischen Migranten in den USA, Kanada, Australien und Kasachstan. Die Beiträge veranschaulichen das Weiterbestehen der Nachbarschaft an den neuen Niederlassungsorten und liefern Erklärungsmuster für bestimmte Migrationsstrategien. Der zweite Teil widmet sich der gegenwärtigen Migration der Polen nach Deutschland und ihrer Rückwanderungen. Diese Migrationsbewegungen werden unter wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aspekten betrachtet.
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Chicagos Nordwestseite. Deutsche Nachbarschaft und ethnischer Wandel von 1871 bis zum 1. Weltkrieg

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Hartmut Keil

Universität Leipzig

In den USA als einem Einwanderungsland ist immer wieder diskutiert worden, wie die Eingliederungsprozesse der heterogenen Zuwanderungsgruppen abliefen. Als Massenimmigration, Industrialisierung und Urbanisierung seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur räumlichen Konzentration der Einwanderer in schnell anwachsenden Städten führten, entwickelte sich die ethnische Nachbarschaft, charakterisiert durch die territoriale Dominanz einer kulturell homogenen Bevölkerungsgruppe in einem Stadtteil oder auch nur in wenigen Straßenzügen, zur durchgängigen Siedlungsform. Publizisten, Sozialreformer und Wissenschaftler von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg verstanden die Stadt als die typische Siedlungsform der modernen Industriegesellschaft, in der traditionelle menschliche Bindungen und Formen des Zusammenlebens zerstört zu werden drohten. Allein die Einbindung in nachbarschaftliche Zusammenhänge schien dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken. Doch schienen solche Nachbarschaften anderseits ethnische Gruppen wegen gepflegter eigener Traditionen vom gesellschaftlichen Mainstream zu isolieren.

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