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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

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Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
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Vom Antlitz der Landschaft und vom Reisen und Wandern

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Noch vor zwanzig, ja vielleicht noch vor zehn Jahren, gab es eine Romantik des Wanderns auf der Landstraße; weite Fahrten zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad waren etwas, das wie weniges sonst, seinen eigenen großen Reiz hatte, ja das geradezu seinen eigenen poetischen Zauber besaß.

In der Zeit vor zwanzig, dreißig Jahren waren die Landstraßen, wer weiß, noch „romantischer“ als vor hundert Jahren in der „voreisenbahnlichen“ Zeit, da die Landstraße noch den ganzen Verkehr, den ihr nachmals die Eisenbahn abnahm (mochte er auch damals noch nicht entwickelt sein als hernach), mitzutragen hatte. Übrigens, nebenher gesagt, man soll sich trotz aller Postillions- und Posthorn-Romantik das Reisen auf der Landstraße in der „guten, alten Zeit“ wohl nicht gar zu „romantisch“ denken; wenn auch der Reiseverkehr erst hernach unter dem Einfluss der Eisenbahnen nach dem Gesetz der Wechselwirkung die Ausmaße annahm die er heute hat, so wird doch, da damals der Durchschnittsreisende genauso wie heute das Bestreben hatte, möglichst schnell vorwärts zu kommen, die Hast und Unrast, die dadurch auf die Landstraßen hinausgetragen wurde, groß genug gewesen sein. Die stille „Romantik“ der Landstraße konnte sich jedenfalls im Zeitalter der Eisenbahnen erst recht entfalten; die Hast und die Geschwindigkeitsjagd waren der Landstraße durch die Eisenbahn vollständig abgenommen. Wer aus allem Lärm heraus wollte, wer in Sammlung Schönheit schauen wollte, brauchte nur auf der Landstraße hinauszuziehen, und er konnte sicher sein, dass ihm...

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