Show Less
Restricted access

Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

Series:

Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
Show Summary Details
Restricted access

Von unserem Hasten und vom Rasten!

Extract

23

I. Mittag in der Großstadt! Brennende Sonne auf dem Asphalt. Rasende, tutende Automobile, hastende, rennende Menschen; der eine hat’s noch eiliger als der andere. Der Großstadtmensch hat’s eigentlich immer eilig; auch wenn er nicht in den Mittagsstunden „heim“ – falls er etwas wie ein „daheim“ überhaupt hat – geht. – Schau nur, wie’s abends denn ist! Da ist das Eilen und Hasten und der Lärm ja vielleicht noch ärger; auch da eilt es und drängt es und schiebt es durch die Straßen; in die Kinos drängt es und in die Vergnügungsstätten. Denn man will sich doch amüsieren – „sich erholen“, sagt man ja, aus dem Rest eines Gefühls dafür, dass diese „Amüsements“ doch nicht das sind, was die ferne Großväterzeit als Erholung bezeichnete, vielleicht doch nicht – man will sich zerstreuen. Zerstreuen, ja wovon denn? Sind wir denn noch nicht zerstreut, zerfahren genug? Besteht nicht das ganze Leben des Menschen von heute darin, sich zu zerstreuen; ist das denn überhaupt noch ein menschliches Leben?

Gehört zum Leben denn nicht Sammlung – also das Gegenteil von Zerstreuung – Hinordnung des ganzen Daseins auf einen Mittelpunkt? All das gibt es für den typischen Menschen von heute nicht mehr. Er kann sich ja gar nicht mehr sammeln; ja, er darf sich ja gar nicht mehr sammeln, sich in einer Stunde des Schweigens auf sich selber, in sich selber zurückziehen. Er darf es nicht; denn wenn er es t...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.