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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited By Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Joseph Maria Bocheński: „Die christliche Philosophie“170

Das Problem, das in der letzten Zeit wohl am meisten die katholischen Denker beschäftigte, ist die Frage nach der christlichen Philosophie. Schon lange gab es keine Frage, die in den Kreisen der Ideologen und Philosophen ein solches Interesse und so viele Diskussionen hervorrief. Die Bibliographie zu diesem Problem umfasst in den letzten zwei Jahren schon an die 50, 60 Nummern.171 Auch wurden mehrere Kongresse eigens zum Studium dieses Problems abgehalten.172 Und immer noch geht der Streit zwischen den Vertretern der verschiedenen Ansichten hin und her. Von besonderem Interesse war die von der „Société Thomiste“ im vorigen Jahre veranstaltete Tagung („Journée d’études“) in Juvisy, an der 49 Gelehrte aus Frankreich, Belgien, Deutschland, England und Italien teilnahmen. Die Sache, um die es geht, ist keine abstrakte Frage der spekulativen Philosophie, sondern sie rührt an die Wurzeln dessen, was wir „Weltanschauung“ nennen; wobei wir unter Weltanschauung ein System von allgemeinen Sätzen und Normen, die die Grundlage der theoretischen und praktischen Einstellung des Menschen zur Wirklichkeit bilden, verstehen. Es geht um folgendes: Kann jemand, der ein gläubiger Katholik ist, zu gleicher Zeit so philosophieren, als ob er nicht katholisch wäre, ähnlich so wie er etwa Geometrie oder Musik treibt? Es spricht doch niemand von einer christlichen Geometrie oder einer christlichen Botanik. Steht es mit der Philosophie ähnlich so? Ist für den gläubigen Christen ein System allgemeiner Sätze und Lehren über die...

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