Show Less
Restricted access

Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

Series:

Anton Hilckman

Edited By Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
Show Summary Details
Restricted access

Was kann die Familie für die Erziehung des jungen Menschen zur Sittlichkeit tun?

Extract

164

Über das Thema handelte ein wichtiger Vortrag des Philosophen und Begründers der katholischen Universität Mailand Agostino Gemelli auf der letzten „Settimena Sociale“ der italienischen Katholiken in Genua. Dieser tiefgründige und gedankenreiche Vortrag hat in ganz Italien die allergrößte Aufmerksamkeit erregt; er ist von solcher Beachtlichkeit, dass es sich lohnt, einzelne Gedanken aus demselben auch hier wiederzugeben; wir zitieren nach der Zeitschrift „Vita e Pensiero“, die das ganze umfangreiche Referat veröffentlicht hat. Gemelli wendet sich gegen eine Richtung, die in möglichst frühzeitiger und möglichst weitgehender sexuellen Aufklärung das Allheilmittel erblickt, eine Richtung, die auch unter den Katholiken Anhänger gefunden habe, von der er aber sagt, dass sie schon eine Meile weit nach Positivismus rieche. Um den Grundgedanken des ganzen Gemellis Referates kurz zu resümieren: nicht so sehr Unterricht und Aufklärung (istruzione) ist das, was Gemelli hierfür am Platze hielt, sondern Erziehung. Er schildert, wie er selber früher jener anderen Richtung äußerst nahe gestanden habe, aber dann allmählich unter dem Gewicht der Erfahrungen und Beobachtungen, die sich ihm zwingend aufdrängten, dann doch genötigt worden sei, seine Ansichten einer Revision zu unterziehen; so hat es denn prinzipiell einschneidende Bedeutung, wenn er bewusst, statt von sexueller Erziehung, von Erziehung zur Reinheit spricht und diese Unterscheidung noch eigens unterstreicht. Er hält das für umso notwendiger, als die moralischen Wirkungen der materialistischen Theorien, die theoretisch längst erledigt sind, noch immer andauern und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.