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Die Lebenslust zweier Pessimisten

Der Konflikt der modernen Kultur und Momente der Affirmation bei Luigi Pirandello und Eugene O’Neill

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Sainab Sandra Omar

Als Erneuerer des Theaters und mit einem ausgeprägten Hang zum Pessimismus sind Luigi Pirandello und Eugene O’Neill in die Literaturgeschichte eingegangen. Entfremdungserscheinungen und das nahezu unausweichliche Scheitern sind wiederkehrende Motive in den Werken beider. Sowohl Pirandello als auch O’Neill bekannten aber, sie seien gar keine Pessimisten und bejahen das Leben sogar. In dieser ersten vergleichenden Studie werden deshalb die affirmativen Momente im jeweiligen Werk akzentuiert. Vor dem Hintergrund der Zeitdiagnose des deutschen Philosophen Georg Simmel kann trotz der nihilistischen Haltung eine Lust am Leben und eine geradezu vitalistische Grundüberzeugung der Autoren offengelegt werden.
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2 Die Überwindung der Form und die Frage des Selbstgenügens

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2.1 Das Kulturverständnis Georg Simmels und der Krisenindikator seiner Zeit

2.1.1 Wechselspiel und Widerstreit von Leben und Form

Der Form zu bedürfen und sich gleichzeitig nicht in ihr erschöpfen zu können, sie sogar zu bekämpfen, dürfte im Sinne Georg Simmels als das tragische Moment der Kulturbildung verstanden werden. Auf diesem Gedanken jedenfalls beruht der Aufsatz „Der Begriff und die Tragödie der Kultur“, den Georg Simmel 1912 verfasste. Peter Szondi spricht in seinem „Versuch über das Tragische“ in den Passagen zu Simmel zudem von einer „tragische[n] Dialektik, dass das Leben nur in der Form begriffen werden kann, in der es nicht mehr als Leben begriffen wird“81. In seinem Vortrag „Der Konflikt der modernen Kultur“, den Georg Simmel dann in seinem letzten Lebensjahr 1918 hielt, wird er von einem „akuten Konflikt“82 sprechen, zu dem sich dieser innere Gegensatz, diese wesensimmanente Problematik der Kultur, in der Moderne gesteigert habe.83

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