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Identität und Alterität

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Edited By Joanna Flinik and Barbara Widawska

Der Leitgedanke dieser Publikation ist die komplexe Frage nach der nationalen, kulturellen und persönlichen Identität. Welche Identitätsmodelle werden angeboten? Wie bildet sich die Identität im Spannungsfeld des Anderen und inwiefern ist das Andere bei der Herauskristallisierung der Identität notwendig? Bei einzelnen Fragestellungen zu Identität und Alterität geht es um eine Erforschung der Wechselbeziehung, die sich sowohl bei der Wahrnehmung von Fremdheit bzw. Anderssein manifestiert, als auch von Strategien der individuellen und kollektiven Selbstbestimmung beeinflusst wird. Die Studie diskutiert Identität und Alterität aus literatur- und kulturgeschichtlicher Sicht anhand von Künstlerbiographien, nationalen und kulturellen Symbolen, der Erfahrung von Heimat und Migration, der Wahrnehmung deutsch-polnischer Grenzregionen bis hin zu Sciencefiction-Inszenierungen und zeigt, dass Identität als Begriff sowohl für literatur- und kulturwissenschaftliche als auch für historische Analysen vonnöten ist.
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Zu funktionalen und speichernden Gedächtnisaspekten in Eberhard Hilschers Die Weltzeituhr (1987) und Schwiebuser Geschichten (2002

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Also wieder gen Osten ziehen? Grenzen verändern und die nächste Völkerwanderung einleiten?

Besinne dich, Papa, vor allem auf deine eigenen früheren Toleranz-Lehren.

Eberhard Hilscher: Schwiebuser Geschichten

Literatur im erinnerungskulturellen Kontext

Eberhard Hilschers Erzähltext Schwiebuser Geschichten steht, ähnlich wie sein früherer Roman Die Weltzeituhr, unverkennbar im Dienste der deutschen, deutsch-polnischen bzw. deutsch-europäischen Vergangenheitsbewältigung. In die Fiktionen werden Geschehnisse eingearbeitet, die genuin mit der Biographie des Autors verbunden und – darüber hinaus – auf Abbildung bzw. Konstruktion realer historischer Vorgänge zugeschnitten sind.1 Signifikante Geschichtsmomente, an die Hilschers Handlungs- und Figurenentwürfe angelegt sind, decken den Zeitraum und Kontext des deutschen Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der Völkeraussiedlungen nach dem Kriegsende.2 Gemeinsam ← 205 | 206 → ist den erzählten Welten, dass sie aus der Rückschau und – zum großen Teil – räumlichen Perspektive der Heimatstadt des Autors, Schwiebus, entfaltet werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Zusammenhang auf der Erfahrung des Heimatverlustes, an der Hilscher seine Protagonisten partizipieren lässt und an der er – und das ist zu betonen – selbst Anteil hatte.

Wie es zutage tritt, zeichnet sich die Hinwendung zu den fokussierten Erzähltexten dadurch aus, dass hierbei auf Literatur als Symbolsystem Bezug genommen wird. Damit ist gesagt, dass das einigende Element zunächst auf der textlichen Ebene gesucht wird, weshalb von den Unterschieden im Handlungssystem abgesehen wird.3

Um Hilschers Vergangenheitsbilder im erinnerungskulturellen Kontext anzugehen, ist nach deren Konstruktion...

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