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Identität und Alterität

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Joanna Flinik and Barbara Widawska

Der Leitgedanke dieser Publikation ist die komplexe Frage nach der nationalen, kulturellen und persönlichen Identität. Welche Identitätsmodelle werden angeboten? Wie bildet sich die Identität im Spannungsfeld des Anderen und inwiefern ist das Andere bei der Herauskristallisierung der Identität notwendig? Bei einzelnen Fragestellungen zu Identität und Alterität geht es um eine Erforschung der Wechselbeziehung, die sich sowohl bei der Wahrnehmung von Fremdheit bzw. Anderssein manifestiert, als auch von Strategien der individuellen und kollektiven Selbstbestimmung beeinflusst wird. Die Studie diskutiert Identität und Alterität aus literatur- und kulturgeschichtlicher Sicht anhand von Künstlerbiographien, nationalen und kulturellen Symbolen, der Erfahrung von Heimat und Migration, der Wahrnehmung deutsch-polnischer Grenzregionen bis hin zu Sciencefiction-Inszenierungen und zeigt, dass Identität als Begriff sowohl für literatur- und kulturwissenschaftliche als auch für historische Analysen vonnöten ist.
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Stereotype Bilder des Nachbarn vs. Europa ohne Grenzen in Texten junger polnischer, deutscher und deutsch-polnischer Autoren

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Die Lage ist prekär. Westeuropa scheint sich nicht nur für uns zu interessieren, es hat sogar Gefallen an uns gefunden. […] Polen ist aus unerfindlichen Gründen trendy geworden und will gelobt werden. […] Wenn also wir, meine lieben, widerspenstigen Landsleute, wirklich etwas für unser Land tun wollen, dann sollten wir zeigen, dass wir eine Nation mit Potential sind.1

Mit diesen Worten äußert sich der Erzähler in Radek Knapps Gebrauchsanweisung für Polen über seine Schreibmotivation. Eindeutig geht es ihm dabei darum, ein neues Licht auf die eigene Heimat zu werfen, in der Zeit, in der sie für die Nachbarn interessant und attraktiv geworden ist. Damit begibt sich Knapp an ein Thema, das von der jungen Autorengeneration häufig zum Stoff gemacht wird, es geht hier nämlich um die deutsch-polnischen Beziehungen. Man kann dabei von einer neuen „Entwicklungslinie“ innerhalb der Erzählungen junger Autoren sprechen, in der der Erinnerung und Neuentdeckung des östlichen Nachbarn eine zentrale Rolle zukommt. In den Blick geraten dabei Texte wie Artur Beckers Die Zeit der Stinte (2006), Tanja Dückers Himmelskörper (2003), Reinhard Jirgls Die Unvollendeten (2003), Radek Knapps Herrn Kukas Empfehlungen (1999), Gebrauchsanweisung für Polen (2005), Olaf Müllers Schlesisches Wetter (2003), Adam Soboczynskis Polski Tango (2008), Stefan Wackwitz’ Ein unsichtbares Land (2003), sowie Adam Gusowskis und Piotr Mordels Der Club der polnischen Versager (2012). In den Texten geht es um die Neuentdeckung Polens einerseits als Ort der – des Öfteren verschwiegenen – Familiengeschichte, andererseits...

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