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Identität und Alterität

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Joanna Flinik and Barbara Widawska

Der Leitgedanke dieser Publikation ist die komplexe Frage nach der nationalen, kulturellen und persönlichen Identität. Welche Identitätsmodelle werden angeboten? Wie bildet sich die Identität im Spannungsfeld des Anderen und inwiefern ist das Andere bei der Herauskristallisierung der Identität notwendig? Bei einzelnen Fragestellungen zu Identität und Alterität geht es um eine Erforschung der Wechselbeziehung, die sich sowohl bei der Wahrnehmung von Fremdheit bzw. Anderssein manifestiert, als auch von Strategien der individuellen und kollektiven Selbstbestimmung beeinflusst wird. Die Studie diskutiert Identität und Alterität aus literatur- und kulturgeschichtlicher Sicht anhand von Künstlerbiographien, nationalen und kulturellen Symbolen, der Erfahrung von Heimat und Migration, der Wahrnehmung deutsch-polnischer Grenzregionen bis hin zu Sciencefiction-Inszenierungen und zeigt, dass Identität als Begriff sowohl für literatur- und kulturwissenschaftliche als auch für historische Analysen vonnöten ist.
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Identität im Gehäuse der Sprache. Konfigurationen literarischer Übersetzung in Werken Yoko Tawadas

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Die Zeiten, in denen die Literatur von Autoren nicht deutscher Herkunft als Gastarbeiter- und Betroffenheitsliteratur oder Ausländerliteratur, Minderheitenliteratur, Literatur mit dem Motiv der Fremde u.a. bezeichnet wurde, scheinen längst vorbei zu sein. Statt dessen ist die Rede von einer selbstbewussten Literatur, die nicht nur von Autoren produziert wird, die aus klassischen Gastarbeiterländern stammen, sondern auch aus dem asiatischen, afrikanischen, arabischen und osteuropäischen Kulturraum und einen Platz in der ‚neuen Weltliteratur‘ beanspruchen.1

Die deutschsprachige Autorin japanischer Herkunft Yoko Tawada ist eine solche Autorin. Tawadas literarisches Werk ist ein eklatantes Beispiel für interkulturelle Konfigurationen auf der Ausdrucks- und der inhaltlichen Ebene. Kritik gegenüber einem statischen Kulturbegriff, semantische Interferenzen, das interkulturelle Zusammenspiel der japanischen und deutschen Sprache, der Vergleich festgefahrener Kulturvorstellungen in beiden Ländern sowie die Präferenz für kulturelle Hybridisierungsprozesse sind nur einige Elemente, die ihrem Werk einen Platz im Horizont der avangardierten Migrationsliteratur zukommen lassen.

Im vorliegenden Beitrag werde ich den Fokus auf die literarische Essaysammlung Talisman2 und die spätere Sprachpolizei und Spielpolyglotte3 legen, da im Rahmen des Interkulturalitätsdiskurses durch die Gegenüberstellung beider Texte der rote Faden literarisierter poetologischer Sprachreflexionen verfolgt werden kann. Dabei ist bereits hier anzumerken, dass im späteren Werk die Sprachreflexionen in eine stärker kulturvermittelnde Richtung entfaltet werden, da durch den expressiven Charakter der Schreibhaltung die Ich-Erzählerin ← 161 | 162 → als Protagonistin bzw. Übersetzerin vermehrt in die Narration involviert wird. Interkulturelle Sprachreflexionen sind zweifelsohne eine semiotische Herausforderung, zumal sich...

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