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Sprechwissenschaft: Bestand, Prognose, Perspektive

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Edited By Ines Bose and Baldur Neuber

Im Zeitraum von November 2012 bis Dezember 2013 feierten fünf prominente Professorinnen und Professoren der Sprechwissenschaft ihre Jubiläumsgeburtstage. Eva-Maria Krech, Jutta Suttner und Eberhard Stock jeweils den 80sten und Ursula Hirschfeld sowie Lutz Christian Anders jeweils den 60sten. Aus diesem Anlass fand ein Jubiläumskongress von höchstem inhaltlichem Anspruch statt, aus dessen Beiträgen dieser Band hervorgegangen ist. Ausgewählte, fachlich hochkarätige Autorinnen und Autoren präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse in Sprache und Sprechen, zu Fragen der Rhetorik, Phonetik, Phonologie, Sprecherziehung und Sprechkunst, und dies sowohl in der interpersonellen Kommunikation als auch in Musik und Film. Vom Ethikmanagement im Bankgewerbe über Kommunikationsberatung bis hin zum theatralen Prozess werden vielfältigste Bereiche des gesellschaftlichen Lebens fokussiert.
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Sprechwissenschaftliche Forschungen als Grundlage für den Fremdsprachenunterricht: Ludmila Veličkova, Woronesh

1Die Mündlichkeit im Fremdsprachenunterricht

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Sprechwissenschaftliche Forschungen als Grundlage für den Fremdsprachenunterricht

Ludmila Veličkova, Woronesh

Die mündliche Kommunikation macht den größten Teil der gesamten Kommunikation aus und sollte deshalb von gesteigertem Interesse für die Linguistik und Didaktik des Fremdsprachenunterrichts sein. Für einen Muttersprachler tritt seine Sprache vor allem als Rede in den Vordergrund. Auch seine emotionalen Empfindungen für die Muttersprache sind mit dem Klangbild dieser Sprache verbunden. Anders sieht es mit der Fremdsprache aus, die oft als Schriftbild im Bewusstsein der Lerner existiert. Im Deutschunterricht für Ausländer außerhalb des deutschen Sprachraumes wird auf die Mündlichkeit immer noch zu wenig Wert gelegt, davon zeugt u. a. der schriftliche Charakter von unterschiedlichen Tests.

Die traditionelle Orientierung der Linguistik auf schriftliche Texte und das hieraus resultierende geringe Spektrum an Forschungsmethoden zur Mündlichkeit korreliert mit der Hinwendung der Fremdsprachenmethodik zur Entwicklung von vorwiegend sprachlichen, nicht sprechsprachlichen Fertigkeiten. Diese Tradition im Fremdsprachenunterricht ist auf die Entwicklung der Linguistik zurückzuführen und hat keine psycholinguistische Evidenz. Psycholinguistisch gesehen ist die Entwicklung der klangsprachlichen Basis die Voraussetzung für die mündliche Kommunikation in einer Sprache. Beim natürlichen Spracherwerb bilden die Parameter der suprasegmentalen Ebene die Grundlage für die Entwicklung von Einheiten anderer Ebenen der Sprache. Dabei bestimmt die akustische Natur der Sprache den Charakter derjenigen Einheiten, die am Redegenerierungsprozess teilnehmen. Diese Einheiten haben vermutlich einen interstratialen Charakter, das bedeutet, dass ihnen zugleich Merkmale von verschiedenen Sprachebenen eigen sind. Rhythmisch-melodische Merkmale...

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