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Sprechwissenschaft: Bestand, Prognose, Perspektive

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Edited By Ines Bose and Baldur Neuber

Im Zeitraum von November 2012 bis Dezember 2013 feierten fünf prominente Professorinnen und Professoren der Sprechwissenschaft ihre Jubiläumsgeburtstage. Eva-Maria Krech, Jutta Suttner und Eberhard Stock jeweils den 80sten und Ursula Hirschfeld sowie Lutz Christian Anders jeweils den 60sten. Aus diesem Anlass fand ein Jubiläumskongress von höchstem inhaltlichem Anspruch statt, aus dessen Beiträgen dieser Band hervorgegangen ist. Ausgewählte, fachlich hochkarätige Autorinnen und Autoren präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse in Sprache und Sprechen, zu Fragen der Rhetorik, Phonetik, Phonologie, Sprecherziehung und Sprechkunst, und dies sowohl in der interpersonellen Kommunikation als auch in Musik und Film. Vom Ethikmanagement im Bankgewerbe über Kommunikationsberatung bis hin zum theatralen Prozess werden vielfältigste Bereiche des gesellschaftlichen Lebens fokussiert.
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Virtuelle Arbeitsbesprechungen als (sprechwissenschaftlicher) Untersuchungsgegenstand: Margarethe Olbertz-Siitonen, Jyväskylä

1Hintergrund – Zur Bedeutung natürlicher Daten

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Virtuelle Arbeitsbesprechungen als (sprechwissenschaftlicher)Untersuchungsgegenstand

Margarethe Olbertz-Siitonen, Jyväskylä

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit authentischer sozialer Interaktion ist in mehrfacher Hinsicht bedeutungsvoll und nicht nur für eine Reihe von verschiedenen Fachrichtungen interessant. Ergebnisse aus Untersuchungen natürlicher, d. h. nicht für Forschungszwecke erzeugter Kommunikationssituationen geben Einblicke in deren konkrete Eigenschaften und Entstehungszusammenhänge, die teilweise deutlich von möglichen Rückschlüssen aus erfragten oder experimentell gewonnenen Daten abweichen können (siehe Silverman 2006, 39; Stanko / Gibson 2009, 286).

Dies hat zum einen Konsequenzen für die (dann ggf. sogar wissenschaftskritische) Einordnung bisheriger Erkenntnisse zu einschlägigen Themenbereichen, auch und v. a. im Hinblick auf internationale Publikationen. Die Aussagekraft und Validität von Forschungsergebnissen, die auf induzierten Daten beruhen, sind – insbesondere wenn sie als Tatsachen präsentiert werden – vor diesem Hintergrund zumindest zu hinterfragen und (z. T. neu) einzuschätzen. Zum anderen – und dieser Punkt steht in einem engen Verhältnis zum vorangegangenen – zwingt sich als Nächstes die Frage auf, welche tatsächliche Praxisrelevanz und Anwendbarkeit Untersuchungsergebnisse mit Bezug zu Interaktion haben, die zwar (moralische) Vorstellungen, Interpretationen und Wahrnehmungen möglicher Beteiligter widerspiegeln oder höchstens auf die vorherbestimmte Unnatürlichkeit kontrollierter Settings zutreffen, nicht aber unbedingt die gelebte soziale Realität beschreiben und zu erklären versuchen bzw. dieser sogar widersprechen. Analysen authentischer Daten wiederum eröffnen zumindest die Möglichkeit, Aussagen zu treffen, die mit Blick auf interaktive Prozesse einen wirklichen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn versprechen und damit gleichzeitig einen gewissen...

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