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Die Kollisionsnormen der neuen EU-Erbrechtsverordnung

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Marion Greeske

Diese Arbeit behandelt das dritte Kapitel der EU-Erbrechtsverordnung, in dem die Kollisionsnormen auf dem Gebiet des Internationalen Erbrechts auf europäischer Ebene neu gefasst und vereinheitlicht werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die inhaltlichen Neuerungen aus deutscher Sicht, insbesondere die Ablösung der Staatsangehörigkeit als primäres Anknüpfungsmoment durch den gewöhnlichen Aufenthalt sowie die Schaffung einer erbrechtlichen Rechtswahl. Zudem befasst sie sich mit allgemeinen internationalprivatrechtlichen Themen wie dem Vorrang des Einzelstatuts, dem Renvoi und dem ordre public. Sie stellt außerdem die Abstimmung zwischen Erb- und Güterrechtsstatut auf europäischer Ebene dar.
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A. Entstehungsgeschichte und Bedeutung der Erbrechtsverordnung sowie Aufgabenstellung der Arbeit

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Europa steht am Scheideweg. Nach Jahren des Wachsens und des Zusammenwachsens der Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigen sich mittlerweile immer deutlicher die Schwierigkeiten der Verwirklichung ihrer Ziele.

Angefangen mit dem Scheitern des Verfassungsvertrages 2005 über die globale Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2007 bis hin zur aktuellen Währungskrise des EURO, zeigt sich die Union mit schweren Problemen konfrontiert, die kein gutes Licht auf sie werfen.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird zwar deutlich, dass die Union über eine reine Wirtschaftsvereinigung hinaus gewachsen ist, gleichzeitig wird es jedoch auch ungleich schwerer, der Bevölkerung die Idee einer umfassenden erweiterten Solidargemeinschaft zu vermitteln.

Gerade zwingt sie die Geberländer, für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der schwächeren Mitgliedstaaten einzustehen. In der Wahrnehmung der europäischen Bürger erzeugt dies ein Bild der EU als bürokratisches Monster, das zwar verbieten kann, konventionelle Glühbirnen zu verwenden und Mitgliedstaaten verpflichten kann, andere Regierungen zu finanzieren. Andererseits schafft die EU es anscheinend nicht, die Bürger auf einem globalisierten Arbeitsmarkt vor persönlichen Nachteilen zu schützen oder auch die Banken wirksam zu kontrollieren.

Deshalb erscheint es jetzt besonders angezeigt, die EU zu vertiefen und über ihre bisherigen Wirkungen hinaus zu tragen. Ihre Bürger müssen sich als europäische Bürger wahrnehmen und ihr Gemeinschaftsgefühl auf die Union übertragen können. Sie müssen tatsächlich eine weitere, weitläufigere Heimat in der Europäischen Union finden können.

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