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Spengler ohne Ende

Ein Rezeptionsphänomen im internationalen Kontext

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Edited By Gilbert Merlio and Daniel Meyer

Im Hinblick auf seine Rezeption ist Oswald Spengler nicht nur ein deutsches oder gar ein europäisches, sondern auch geradezu ein Weltphänomen. Spenglers Werk dient vielen als Bezugsgröße für die Analyse der heutigen geistigen und politischen Situation in Europa und in der Welt. Die Beiträge dieses Bandes versuchen, verschiedene Aspekte dieser räumlich und zeitlich unbegrenzten Rezeption zu beleuchten. Sie hängt selbstverständlich von der Krisenhaftigkeit der Zeiten ab. Das in dieser vielseitigen Rezeption dominierende Motiv vom Untergang des Abendlands wird aber von den außereuropäischen Rezipienten nicht selten als Verheißung des Aufstiegs ihres eigenen Kulturkreises gedeutet. So zeigt sich nicht nur das kulturkritische, sondern auch das politische bzw. geopolitische Potential von Spenglers Werk.
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Chancen des Aufstiegs und des Niedergangs. Max Schelers Spengler-Kritik

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Olivier Agard

Chancen des Aufstiegs und des Niedergangs

Max Schelers Spengler-Kritik

Es gibt in Max Schelers Münchner Nachlass zwei unveröffentlichte Manuskripte über Spengler, die auf seine Kölner Zeit zurückgehen und die anscheinend die Vorlage für Vorträge Anfang/Mitte der 20er Jahre gewesen sind.1 Scheler, der sich im Krieg als katholischer Philosoph profiliert hatte, war auf Wunsch Adenauers nach Köln berufen worden, um am neu gegründeten soziologischen Institut, in dem alle Tendenzen der Weimarer Koalition vertreten werden sollten, mitzuwirken. Scheler war ein Philosoph mit systematischem Anspruch, aber er ist auch ein Publizist gewesen, dem es um Publikumswirksamkeit ging, insbesondere in der katholischen Öffentlichkeit. Die Philosophie hatte für ihn eine kollektive Verantwortung, jenseits der akademischen Kreise. Daher verwundert es nicht, dass Scheler das in der Öffent-lichkeit heftig diskutierte Thema „Spengler“ aufgegriffen hat.

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