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Steiner neu lesen

Perspektiven für den Umgang mit Grundlagentexten der Waldorfpädagogik

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Edited By Ernst-Christian Demisch, Christa Greshake-Ebding and Johannes Kiersch

Die Anthroposophie Rudolf Steiners wird gegenwärtig neu erforscht, als historisches Phänomen ebenso wie als Impulsgeber für aktuelle Projekte in vielen Lebensfeldern. Dabei geht es auch um ein sachgemäßes Verstehen der zugrunde liegenden Quellentexte. Dieses Buch beleuchtet die dabei zu lösenden, bisher übersehenen hermeneutischen Probleme. Es diskutiert die besonderen Ausdrucksmittel, die Steiner in seinen Schriften und Vorträgen verwendet, revidiert die verbreitete Ansicht, dass es sich bei anthroposophischen Einsichten um ein Faktenwissen im Sinne empirischer Forschung der üblichen Art handle, und eröffnet damit Perspektiven für einen undogmatischen, offenen Umgang mit dem bis heute umstrittenen Werk des Pädagogen und Lebensreformers.
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Einleitung

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Johannes Kiersch

Wer sich gegenwärtig für Rudolf Steiner und seine Lehre interessiert, gerät in unübersichtliches Gelände. Die Vielfalt der Meinungen von Freunden ebenso wie von Gegnern nimmt zu und stellt alte Polarisierungen in Frage. Kein unbefangener Betrachter wird abstreiten, dass Steiners Lebenswerk auf vielen Gebieten des Lebens produktive Folgen eingeleitet hat.1 Aber wie sich das erklären lässt, wird kontrovers diskutiert. Vieles deutet darauf hin, dass wir uns am Beginn einer neuen Phase der Steiner-Rezeption befinden.

Erst seit wenigen Jahren ist das schriftliche Werk Steiners nahezu vollständig publiziert. Die Herausgeber des Nachlasses revidieren ihre Arbeitsprinzipien und nähern sich damit den üblichen Standards. Ein angesehener Wissenschaftsverlag unternimmt den Versuch einer ersten kritischen Werkausgabe aus neutraler Außenperspektive.2 Urheberrechtliche Erwägungen haben dazu geführt, dass auch ursprünglich streng sekretierte Materialien wie die Nachschriften der Lehrstunden aus der frühen Esoterik Steiners und der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft des Jahres 1924 allgemein zugänglich geworden sind.3 Damit stellen sich viele Grundsatzfragen völlig neu.

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