Show Less
Restricted access

Steiner neu lesen

Perspektiven für den Umgang mit Grundlagentexten der Waldorfpädagogik

Series:

Edited By Ernst-Christian Demisch, Christa Greshake-Ebding and Johannes Kiersch

Die Anthroposophie Rudolf Steiners wird gegenwärtig neu erforscht, als historisches Phänomen ebenso wie als Impulsgeber für aktuelle Projekte in vielen Lebensfeldern. Dabei geht es auch um ein sachgemäßes Verstehen der zugrunde liegenden Quellentexte. Dieses Buch beleuchtet die dabei zu lösenden, bisher übersehenen hermeneutischen Probleme. Es diskutiert die besonderen Ausdrucksmittel, die Steiner in seinen Schriften und Vorträgen verwendet, revidiert die verbreitete Ansicht, dass es sich bei anthroposophischen Einsichten um ein Faktenwissen im Sinne empirischer Forschung der üblichen Art handle, und eröffnet damit Perspektiven für einen undogmatischen, offenen Umgang mit dem bis heute umstrittenen Werk des Pädagogen und Lebensreformers.
Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

Extract



Seit langem werden bei erziehungswissenschaftlichen Einführungsveranstaltungen zum Thema Reformpädagogik an Universitäten und andernorts auch Rudolf Steiner und die Waldorfpädagogik besprochen. Im Gegensatz zur Behandlung anderer pädagogischer Richtungen zeigen sich jedoch hierbei bemerkenswerte Unsicherheiten und Defizite inhaltlicher wie methodischer Art. Waldorfpädagogik und die ihr zugrunde liegende Anthroposophie Steiners sind bis heute umstrittene, oft auch emotional belastete Spezialbereiche akademischer Forschung geblieben. Der vorliegende Sammelband möchte dazu beitragen, dass die vorurteilslose und um Fairness bemühte Art der Diskussion, die sich inzwischen bei maßgeblichen Fachleuten abzeichnet,1 auf eine breitere Grundlage gestellt wird.

Ein weiteres Motiv für die vorliegende Publikation ergibt sich aus der gegenwärtigen Lage der Waldorf-Lehrerbildung. Ausbildungseinrichtungen, die sich an der Anthroposophie Rudolf Steiners orientieren, befinden sich zur Zeit in einer unvermeidlichen Auseinandersetzung mit der in Gang gekommenen Neustrukturierung des europäischen Hochschulwesens. Dadurch werden bewährte Gewohnheiten bedroht, zugleich eröffnen sich aber auch neue Gestaltungsspielräume. Das Institut für Waldorfpädagogik in Witten/Ruhr, seit 1973 mit der Ausbildung von Lehrkräften für die Unter- und Mittelstufe an Waldorfschulen beschäftigt, hat sich dafür entschieden, stärker als bisher auf die individuelle Initiative der Studierenden zu setzen und im Sinne eines dualen Konzepts weite Teile des Lernens und Übens in die Schulpraxis zu verlagern, hin zum lebendigen Kontakt mit Kindern und verantwortlich tätigen Kollegen. Als ein Schlüsselpunkt für die Entwicklung dieses Konzepts erwies sich dabei die gemeinsame Arbeit an den...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.