Show Less
Restricted access

Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

Series:

Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
Show Summary Details
Restricted access

Xu Shoushang

Extract

Pädagoge, Schriftsteller, geboren in der Stadt Shaoxing, Provinz Zhejiang. 1902 ging er nach Japan zum Studium und befreundete sich dort mit dem Kommilitonen Luxun. 1909 kehrte er nach China zurück und wurde Schulverwaltungsleiter einer pädagogischen Schule in der Provinz Zhejiang. Nach der Revolution von 1911 wurde er zum Abteilungsleiter des Bildungsministeriums berufen und war nebenberuflich als Professor der Peking Universität und der Pädagogischen Hochschule Peking tätig. 1925 unterstützte er mit Luxun zusammen die Studentenbewegung der Pädagogischen Frauenhochschule Peking und wurde abgesetzt. Danach war er an mehreren Universitäten tätig, u.a. Zhongshan Universität, Beiping Universität und Taiwan Universität. 1948 wurde er von der Spionageorganisation ermordet.

Warum soll die Reputation etwas Gutes sein? Sie ist bloß ein anderer Name für die Eitelkeit, eine Kostbarkeit für den Taugenichts. Wenn man noch um die Reputation kämpfen muss, ist ihre Nutzlosigkeit noch unaussprechlicher. Zu den Merkmalen einer dekadenten Nation gehören, dass man sich niemals wirklich bemüht, sondern sich nur nach außen einigermaßen gut präsentiert und rundum zufrieden ist, wenn man die Reputation erkämpft hat. Zhuang Zhou hat uns eine gute Fabel hinterlassen: „Ein alter Mann musste den Affen seine Kastanien verteilen. Er sagte zu den Affen: ‚Ich gebe euch morgens drei Kastanien und abends vier.‘ Alle Affen waren empört. Darauf sagte der Mann: „Dann morgens vier und abends drei.‘ Alle Affen waren zufrieden.“ Tagsüber ging es um die Reputation, weil...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.