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Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

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Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
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Ma Xiangbo

← 48 | 49 →Ma Xiangbo (1840-1939)

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Bedeutender Pädagoge, geboren im Kreis Dantu der Provinz Jiangsu. In den jungen Jahren wurde er ein Mitglied der Gesellschaft Jesu, promovierte in Theologie und wurde 1869 Priester. Später wurde er Schulleiter der Xuhui Schule in Shanghai, der ersten von den Katholiken in Shanghai gegründeten Schule. Danach wurde er von der Botschaft der Qing-Dynastie als Gesandtschaftsrat nach Japan geschickt. 1903 gründete er für die Gesellschaft Jesu die Aurora Universität in Shanghai. 1905 gründete er die Fudan Universität, die sich mit der Zeit zu einer Elitenuniversität entwickelte. Nach der Revolution im Jahre 1911 wurde er zum Rektor der Peking Universität berufen.

Es ist die größte Schwäche der Chinesen, dass sie sich nicht anstrengen wollen. Mit anderen Worten: Sie lieben das Wohlleben und scheuen sich vor der Arbeit. Wenn diese psychische Verfassung sich weiter entwickelt, wird es zur Psyche der unterjochten Nation und des unterworfenen Volkes. Jeder verfolgt nur sein persönliches Interesse. Solange er im Wohlstand leben kann, interessiert er sich weder für den Staat oder für die Gesellschaft noch für das öffentliche Wohl. Auch diejenigen, die über den aktuellen Zustand des Landes besorgt sind und ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen, tun nichts mehr als seufzen. Oder sie hoffen, dass „ein vom Himmel gesandter Heiliger“ für sie das Territorium sichern würde. Hier möchte ich eine Geschichte erzählen –

Ich habe gehört, dass zwei Bettler da „ihre Bestrebungen“ austauschten. Einer...

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