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Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

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Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
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Xia Gaizun

← 82 | 83 → Xia Gaizun (1886-1946)

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Schriftsteller, Pädagoge, geboren in der Stadt Shangyu der Provinz Zhejiang, hieß ursprünglich Xia Zhu. Mit 15 Jahren absolvierte er die Kreisbeamtenprüfung. Später studierte er an einem College für chinesische Medizin in Shanghai und an einem College in Shaoxingfu. 1903 ging er zum Studium nach Japan. 1907 kehrte er nach China zurück und wurde Chinesischlehrer in der Stadt Hangzhou der Provinz Zhejiang. Während der „Vierten Mai-Bewegung“ [1919] nahm er aktiv an der pädagogischen Reform der chinesischen Sprache teil und trat für einen modernen Sprachgebrauch ein. 1927 wurde er zum Dekan der Fakultät für Sinologie an der Jinan-Universität berufen. 1936 wurde er zum Präsidenten des chinesischen Künstlerverbandes gewählt. Ein Jahr später wurde er Direktor des Zeitungsverlags Yuebao (Monatszeitung). Zeit seines Lebens widmete er sich der Sinologieforschung, insbesondere der Schreibtechnik und übte mit seinen Aufsätzen großen Einfluss auf junge Menschen aus.

Vorgestern erzählte mir Liu Xinru, der Mathematiklehrer unserer Schule: „Ein Schüler fragte mich, welchen Nutzen das Mathematiklernen mit sich bringe.“ Seine Worte erinnern mich an eine Geschichte, die ich in einem Buch gelesen habe. Euklid, Urvater der Geometrie, versammelte einstmals viele junge Leute um sich und unterrichtete sie in Geometrie. Einem jungen Mann kam die Frage in den Sinn, welchen Nutzen die Geometrie haben könne. So befragte er Euklid. Euklid ließ zwei Bronzemünzen bringen und gab sie ihm. Der junge Mann war verwirrt. Euklid entgegnete: „Du fragst doch...

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