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Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

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Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
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Tao Xingzhi

← 130 | 131 → Tao Xingzhi (1891-1946)

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Bedeutender Pädagoge, geboren in dem Kreis Xi der Provinz Anhui. Nach seinem Studium in der Fakultät Sinologie an der Universität Jinling (Nanjing) ging er in die USA und studierte dort Politologie und Pädagogik. Nach seiner Rückkehr wurde er Professor an der Pädagogischen Hochschule in Nanjing und später Dekan der pädagogischen Fakultät der Universität Dongnan. Tao engagierte sich sehr für die Bildung der Landbevölkerung und gründete 1927 die Pädagogische Hochschule Xiaozhuang, die als Ursprung und Versuchsgelände der Bildungsbewegung auf ländlichen Gebieten galt. 1939 gründete er in einem Tempel in der Nähe der Stadt Chongqing die Yucai Schule, die in erster Linie Waisenkinder hatten, die durch den Krieg ihre Familien verloren. 1946 gründete er in Chongqing die Shehui Universität, um den Prozess der demokratischen Bildung zu fördern.

Auf der Pazifischen Konferenz habe ich neben dem vielerlei Geschwätz einen Aphorismus gehört. Ein nicht näher bekannter Herr Lauer sagte: „In China gibt es nichts Verworfenes. Wenn irgendwas zu verwerfen ist, dann ist es das Leben des Menschen!“

Das Leben des Menschen! Du bist in China zu sehr aufgewendet worden. Ein altes Weib stöbert nach Lumpen in der Müllhalde, aber kein Mensch kümmert sich um das halb verhungerte Kind am Straßenrand. Man gibt zehn Kupfermünzen für eine Rikscha aus und lässt den Fahrer um sein Leben laufen, bis er blutspuckend...

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