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Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

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Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
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Zhu Ziqing

← 142 | 143 → Zhu Ziqing (1898-1948)

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Essayist, Dichter und Revolutionär. 1917-1920 studierte er an der Peking Universität Philosophie. Während seines Studiums nahm er aktiv an der Vierten Mai-Bewegung teil. 1919 veröffentlichte er seine ersten Gedichte. 1931-1932 studierte er Linguistik und englische Literatur in England und dokumentierte später in seinen Reisebeschreibungen seine Erlebnisse. 1932 wurde er Dekan der Sinologie an der Qinghua Universität in Beijing. Mit dem Ausbruch des antijapanischen Kriegs wanderte er nach Südwestchina und wurde 1938 Dekan der Sinologie an der Vereinten Universität Südwest. Seine Dichtung ist durch die Sehnsucht nach der schönen Zukunft, durch heftige Kritik an der dunklen Gesellschaft und durch revolutionären Geist gekennzeichnet.

Wo ist die Gerechtigkeit der Menschheit?

Die Gerechtigkeit ist in unserem Herzen! Haben wir nicht durch die Lehren der Weisen und unsere Erlebnisse eine Menge von Gerechtigkeit erworben? Es ist doch sehr schade, dass sie nutzlos im Herzen liegt und keiner davon Gebrauch machen kann. Wenn zwei Shi [Ein Shi ist 94,4 Kg] Reis zu Hause liegen, werden sie aufgebraucht; Wenn zwei Kisten mit Kleidung zu Hause liegen, werden sie abwechselnd getragen; Wenn ein großer Haufen Gerechtigkeit dort liegt, kümmert sich keiner darum. Sind wir nicht großzügig und freigebig! Anscheinend ist die Gerechtigkeit so minderwertig, dass sie nicht einmal ein Reiskorn oder einen Knopf wert ist. – Es wäre auch in Ordnung, wenn man sie nicht gebrauchen könnte. Aber jeder sucht sie wieder so hastig, als ob er...

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