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Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

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Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
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Du Zhongyuan

← 152 | 153 →Du Zhongyuan (1897-1943)

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Bedeutender Verleger und Unternehmer, geboren im Kreis Huaide der Provinz Jilin. Er studierte seit 1915 an der technischen Hochschule in Tokio das Fach Brennofenkeramik. Nach der Rückkehr gründete er in der Stadt Shenyang der Provinz Liaoning eine Keramikfabrik. Er wirkte aktiv in Shanghai für die Antijapan-Bewegung zur Rettung des Landes vor dem Untergang und assistierte Zou Taofen, die Wochenzeitung Das Leben zu redigieren. 1934 gründete er die Wochenzeitung Das neue Leben. Durch seinen Artikel „Getratsche über den Kaiser“ wurde er von der Nationalistischen Partei ins Gefängnis geworfen. Nach der Entlassung gründete er in Xinjiang das Xinjiang College. Später wurde er vom Kriegsherrn Sheng Shicai ermordet.

Zhang Boling, der Rektor der Universität Nankai, scheint den Satz gesprochen zu haben: „Chinesen lieben ihre Maske [bedeutet auch: die Reputation] mehr als ihr Gesicht.“ Das stimmt tatsächlich.

Die Maske und das Gesicht sind zwei ganz verschiedene Sachen. In den traditionellen chinesischen Theatern gibt es eine Reihe von bunten „Masken“, hinter denen das wahre Gesicht nicht mehr zu erkennen ist. Wenn ein Mime auf die Bühne kommt, muss er eine ordentliche Maske tragen. Ob sein wahres Gesicht schön ist, dafür interessiert sich keiner. Eigentlich läuft alles in China so: Man muss in erster Linie seine Maske [Reputation] wahren, ohne darauf zu achten, ob man sein Gesicht verliert. Ah Q47 ist ein typischer Vertreter dafür. Schlägerei zu bekommen, ist nicht schlimm. Wichtig ist, dass man hinter dem...

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