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Kinder- und Jugendliteratur der Romania

Impulse für ein neues romanistisches Forschungsfeld

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Edited By Ludger Scherer and Roland Ißler

Die Kinder- und Jugendliteratur der romanischen Länder ist, obwohl seit langem international erfolgreich, in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch nicht als systematisches Forschungsfeld etabliert. Dieser Band, der auf eine Sektion des Romanistentags 2013 zurückgeht, gibt nun Impulse für eine romanistische Kinder- und Jugendliteraturforschung. 20 Beiträge behandeln exemplarisch französische und frankophone, italienische, spanische und lateinamerikanische (auch brasilianische) Werke. Die hier angesprochenen fundamentalen literarhistorischen und theoretischen Fragestellungen der Kinder- und Jugendliteraturforschung sind zudem interdisziplinär für praxisnahe universitäre und schulische Bildung und Lehre relevant.
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Franzosische und frankophone Kinder- und Jugendliteratur

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Marie Leprince wird 1711 in Rouen geboren. Bereits im Alter von 14 Jahren widmet sie sich erstmals der Kindererziehung und tritt mit ihrer Schwester Catherine-Aimée ins Kloster von Ernemont ein, wo man sich um die Erziehung armer Kinder bemüht. Im Jahr 1735 beendet Marie Leprince ihre religiöse Laufbahn und folgt ihrem Vater nach Metz, wo sie Sängerin am Hof des polnischen Königs Stanislas Leszczynski wird, dem 1737 die Lorraine und der dortige Hof von Lunéville übertragen wird. Ihre schriftstellerische Tätigkeit beginnt Marie Leprince de Beaumont2 im Jahr 1748, als sie ihr erstes Werk Triomphe de la vérité dem König widmet − allerdings ohne den ersehnten Erfolg, am Hof beschäftigt zu bleiben. Im selben Jahr reist sie daher nach London, um dort Gouvernante adeliger Mädchen zu werden. Sie unterrichtet unter anderem Lady Sophie Carteret, die zukünftige Lady Shelburne, Tochter des Lord Granville.3 Außerdem besuchen die Töchter des Earl of Egremont und des Lord Hillsborough ihren Unterricht.4

In die Zeit ihres Aufenthalts in London fällt ein Großteil ihrer Veröffentlichungen. Zunächst gibt sie eine Zeitung heraus (Le Nouveau Magasin Français, 1750/51), die sie nach kurzer Zeit wieder einstellen muss. Ab 1753 widmet sie sich ausschließlich ihren zahlreichen Erziehungsschriften: Ihr zwölfbändiges Werk L’éducation complète ou histoire universelle (1753) bleibt von der Forschung weitgehend unbeachtet, auch der Erziehungsroman Civan, Roi de Bungo ← 47 | 48 → aus dem...

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